Ist eine Katze an Ataxie erkrankt, äußert sich dies durch unkoordinierte und wackelige Bewegungen. Die erkrankte Katze kann sich schwer auf den Beinen halten und ist in ihrer Bewegungsfähigkeit eingeschränkt. Ataxie ist vergleichbar mit anderen schmerzfreien Handicaps wie Blindheit oder Taubheit. Es ist nicht leicht, eine an Ataxie erkrankte Katze auf ihren wackligen Beinchen zu beobachten. Statt sie zu bemitleiden ist es besser, ihr liebevolle Hilfe und Unterstützung im Alltag zu geben. Denn im Allgemeinen kommen Katzen gut mit der Erkrankung zurecht, und statt zu leiden können sie ein fast normales Leben führen. Sie bleiben „typisch Katze“! Betrachte sie nicht als krank, sondern als Geschenk. Sie sind lebensfrohe, neugierige und glückliche Haustiere, die das Leben ihres Halters besonders bereichern können.

Ursachen von Ataxie

Oftmals erkranken die betroffenen Katzen schon kurz nach der Geburt. Ursache für Ataxie ist eine Schädigung des zentralen Nervensystems im Bereich des Rückenmarks oder Gehirns. Diese Schädigungen können durch Verletzungen, Mangelerscheinungen oder Krankheiten entstehen. Erkrankungen der Katzenmutter, z.B. an Katzenseuche oder Stoffwechselerkrankungen, können dazu führen, dass ihre Kitten bereits bei der Geburt an Ataxie erkrankt sind. Das ist insofern ein Vorteil, als dass die Kleinen es nicht anders kennen und deshalb sehr gut mit ihrem Handicap zurechtkommen. Bei erwachsenen Katzen sind meist äußere Einwirkungen wie Verletzungen, Stürze oder Schläge die Ursache dafür, dass das zentrale Nervensystem irreparablen Schaden nimmt. Auch Gehirntumore oder Stoffwechselkrankheiten können Ataxie auslösen.

Ausdrucksformen von Ataxie

Ataxie kann sich auf vielfältige Weise äußern, die von Tier zu Tier verschieden sein kann. In erster Linie ist Ataxie am wackligen und torkligen Ganz erkennbar. Viele Katzen neigen zudem zu Gleichgewichtsstörungen. Bei manchen Tieren ist ein Zittern des Kopfes oder der Augen sichtbar oder der Kopf steht schief. Entfernungen werden oft falsch eingeschätzt, was zum Verfehlen des Ziels z.B. beim Springen auf einen Sessel o.ä. führt. Einige Katzen sind besonders geräuschempfindlich. Sie haben keine Schmerzen und im Prinzip eine ebenso hohe Lebenserwartung wie eine gesunde Katze. Es gibt von vornherein keinen Grund, eine an Ataxie erkrankte Katze einzuschläfern.

Praktische Hilfen für Katzen mit Ataxie

Richte das Zuhause deiner erkrankten Katze bestmöglich für sie ein. Katzen mit Ataxie klettern gern entsprechend ihrer Möglichkeiten. Achte darauf, dass Kratz- und Kletterbäume nicht zu hoch sind und dass sie ggf. weich fallen. Sichere Treppen gegen Stürze ab, da sie oft Gleichgewichtsprobleme haben. Vermeide daher auch rutschige Böden. Futternäpfe sollten einen flachen Rand haben. Wenn du sie etwas erhöht aufstellst, kann die Katze besser fressen, da sie den Kopf nicht so weit senken muss. Die Katzentoilette hingegen sollte einen eher hohen Rand und niedrigen Einstieg haben, damit sich die Katze bei Bedarf am Rand abstützen kann, wenn sie ihr Geschäft macht. Mache dies abhängig vom Zustand deiner Katze.

Ataxie kann unterschiedlich starke Ausprägungen haben. Es ist daher notwendig, dass du die Gegebenheiten speziell den Befindlichkeiten deiner Katze anpasst. Es kann sogar sein, dass sich die Symptome dadurch verbessern, auch wenn Ataxie an sich nicht heilbar ist.

Trainings- und Spielideen

Alle Katzen haben einen großen Spieltrieb. Auch oder besonders gerade Ataxie-Katzen brauchen körperliche und geistige Anregung. Du kannst ihre Konzentrationsfähigkeit mit Intelligenzspielzeug unterstützen. Ballspiele sind gutes Lauftraining und stärken die Muskulatur. Verschiedene Arten von Bodenbelägen (von Teppichen über Gras oder Moos, flache Steine, Laub oder Sand) oder auch Düfte aus der Natur regen ihre Sinneswahrnehmungen an. Wichtig ist, dass du und deine Katze Spaß dabei habt. Weiterhin kannst du die eigene Körperwahrnehmung deiner Katze unterstützen, beispielsweise mit Tellington-Touches (TTouches).

Freigänger oder Wohnungskatze?

Eine an Ataxie erkrankte Katze solltest du besser drinnen halten. Trifft sie auf einen kampfbereiten Artgenossen, wird sie diesem unterlegen sein und läuft Gefahr, schwer verletzt zu werden. Auch sind Ataxie-Katzen generell krankheitsanfälliger. Gestalte ihren Wohnbereich so abwechslungsreich wie möglich und richte ihr beispielsweise einen schönen Beobachtungs- oder Liegeplatz auf der Fensterbank ein. Achte darauf, dass sie nicht abstürzen und sich dabei verletzen kann. Auch gesicherter Freigang in einem eingezäunten Garten oder auf einem abgesicherten Balkon wird die Katze erfreuen. Auch eine zweite verträgliche Samtpfote als Spielpartner ist eine gute Idee.

Weitere Gesundheitstipps

Grundsätzlich gelten hier keine anderen Regeln als bei gesunden Katzen auch: gute Ernährung und Pflege sowie regelmäßige Checks beim Tierarzt gehören dazu. Lasse dich auch hinsichtlich Impfungen tierärztlich beraten. Achte auch auf korrekte Gaben erforderlicher Medikamente, und einem langen und glücklichen Katzenleben steht damit nichts im Wege. Teile gern deine Erfahrungen mit anderen Katzenhaltern in unserem Netzwerk.

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