Wer einen treuen, lebhaften Freund und Begleiter an seiner Seite sucht, findet ihn im Australian Shepherd. Der freundliche Familienhund ist wegen seines Charakters und der schönen Fellfärbung beliebt. Er ist der ideale Hund für aktive Menschen, die ihren Hund geistig und körperlich fordern wollen.

Steckbrief

Ursprungsland: USA 
Einordnung: mittelgroße Hunderasse 
Größe: Hündin: 46 bis 53 Zentimeter Rüde: 51 bis 58 Zentimeter 
Gewicht: nicht festgelegt, ungefähr 17 – 27 kg 
Lebenserwartung: 11 bis 15 Jahre 
Fell: mittellang, pflegeleicht 
Charakter: intelligent, ausgeglichen, gutmütig, aktiv, zurückhaltend gegenüber Fremden 
Verwendung früher: Farmhund, Bewachung und Treiben von Rindern und Schafen 
Verwendung heute: Begleithund, Hütehund, Wachhund 
FCI-Standard: 342 
FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde (ohne Schweizer Sennenhunde) 
FCI-Sektion 1: Schäferhunde

Herkunft und Rassegeschichte

Wahrscheinlich hat sich der Rassehund aus Pyrenäenschäferhunden entwickelt. Ende des 19. Jahrhunderts gelangten diese Hunde mit Schäfern, die mit Herden und Hütehunden in die USA auswanderten, nach Amerika. Dort wurde schnell ihre Bedeutung als Schutz- und Hütehund für Rinder und Schafe erkannt. Vielfach auf den Farmen eingesetzt, verbreiteten sich die Hunde in den Farmgebieten Amerikas. Berühmtheit erlangten die Aussies in den 1950er Jahren durch ihren Einsatz bei Rodeo-Shows. Die intelligenten Hunde trieben nicht nur Tiere vor sich her, sie führten auch Tricks vor, die das Publikum begeisterten. Ab diesem Zeitpunkt wollten auch Nicht-Schäfer einen Aussie besitzen. Der Übergang vom Arbeitshund zum Familienhund war somit erfolgreich bewältigt.

1957 wurde in Arizona der Australian Shepherd Club of America gegründet, 1966 die International Aussie Association. Aus diesen beiden Vereinen entstand der größte Rasseclub Nordamerikas, der 1977 einen eigenen Rassestandard veröffentlichte. 1996 wurde die Hunderasse offiziell von der FCI, Federation Cynologique Internationale, anerkannt. In Europa werden die Hunde seit 1970 gehalten und gezüchtet und erfreuen sich seither in fast allen europäischen Ländern steigender Beliebtheit als Begleit-, Wach- und Familienhunde.

Rassetypisches Erscheinungsbild und Charaktereigenschaften

Beschreibung 

Der mittelgroße, wendige Rassehund hat einen schlanken Körper, der etwas länger als hoch ist. Die dreieckigen Ohren sind hoch am Kopf angesetzt, die Ohrspitzen kippen nach vorne. Die Rute ist lang und gerade, ein Stummelschwanz kann angeboren sein. Die mandelförmigen Augen sind bernsteinfarben, braun oder blau. Der Rücken ist gerade und fällt ab dem hinteren Becken leicht ab. Sind Wolfskrallen ausgebildet, müssen diese entfernt werden.

Charakter und Wesen

Der Aussie ist ein aktiver Hund, der gerne arbeitet. Die Rasse ist aufgrund der Wendigkeit und Schnelligkeit ausgezeichnet für verschiedene Hundesportarten geeignet. Der Rassehund besitzt ein starkes Revierverhalten und einen ausgeprägten Schutztrieb. Fremden Personen gegenüber ist er eher ablehnend und bereit zur Verteidigung. In der Familie ist der Australian Shepherd bereit, sich bei konsequenter Führung unterzuordnen. Die Hunde benötigen engen Familienanschluss.

Fellfarbe und Fellpflege

Das wetterbeständige Fell liegt in vielen Farbvarianten vor. Abhängig von den klimatischen Verhältnissen wird mehr oder weniger dichte Unterwolle ausgebildet. An Kopf, Ohren und Beinen sind die Haare kurz.

Als Farbvarianten treten die Fellfarben blue merle, red merle, schwarz und rot mit weißen, lohfarbenen und kupferfarbenen Abzeichen auf. Bei allen Farbvarianten dürfen die Bereiche um Augen und Ohren nie weiß sein. Weiße Körperstellen, oder ein nicht pigmentierter Nasenspiegel zählen zu Fehlfärbungen.

Das weiche, mittellange Fell ist pflegeleicht. Die Haare verfilzen nicht, trockener Schmutz kann einfach ausgebürstet werden. Außerhalb des Fellwechsels verlieren die Hunde kaum Haare.

Optimale Haltungsbedingungen

Der Australian Shepherd liebt den Aufenthalt in der freien Natur und lange Spaziergänge. Er benötigt sinnvolle Beschäftigung. Wird die Rasse zu wenig gefordert, können sich Verhaltensprobleme entwickeln.

Da der Hund viel Auslauf benötigt, ist diese Rasse hauptsächlich für sehr bewegungsfreudige Personen geeignet. Lange Spaziergänge mit Futtersuchspielen oder anderer Beschäftigung sind ein absolutes Muss. Haltung allein in einem Garten ist nicht ausreichend. Der Hund wird sein Aktivitätspotential für das Graben von Löchern nutzen. Neben einem Fahrrad über längere Strecken zu laufen, stellt für einen Australian Shepherd kein Problem dar. 

Möglichkeiten artgerechter Beschäftigung:

  • Flyball
  • Obedience
  • Agility
  • Intelligenzspielzeug
  • Breitensport
  • Ballspielen
  • Apportieren

Erziehung

Der Aussie ist sehr intelligent, lernfreudig und ordnet sich bei konsequenter Erziehung unter. Er bewacht sein Haus und seine Familie und wird diese jederzeit gegen Fremde verteidigen. Der Hund verfügt über eine gute Beobachtungsgabe und trifft gerne selbstständige Entscheidungen. Er ist auch in der Lage, über längere Zeit konzentriert zu arbeiten.

Gut sozialisierte Hunde schließen schnell Freundschaft mit Kindern, sie können ihre Kraft gut einschätzen. Manchmal zwicken Aussies Kinder in die Beine. Dies geschieht nicht in der Absicht, Schaden zuzufügen, sondern ist ein Teil des Hüteinstinkts. Es ist allerdings sehr wichtig, darauf zu achten, dass der Hund die Rangordnung nicht umkehrt und sich über das Kind stellt. Regelmäßige Gehorsamsübungen sollten durchgeführt werden. Der Besuch einer Hundeschule wird empfohlen.

Ernährung

Gesunde Ernährung, verbunden mit ausreichend Bewegung, sorgt für ein langes, aktives Hundeleben. Die Futtermenge ist abhängig von Alter, Bewegung, Geschlecht und Energiegehalt des Futters. Der Australian Shepherd neigt nicht dazu, große Portionen zu fressen. Spezielle Bedürfnisse bezüglich des Futters sind nicht vorhanden. Der Hund kann gebarft oder mit Nass- und Trockenfutter ernährt werden.

Rassetypische Krankheiten und Vorbeugung

Australian Shepherds verfügen über eine robuste Gesundheit. Auch wenn nur mit gesunden Elterntieren gezüchtet wird, können dennoch Erbkrankheiten auftreten.

Augenleiden, wie Grauer Star (Trübung der Linse) und Iriskolobome (Teile der Regenbogenhaut fehlen) können öfter vorkommen. Die Hunde sind vermehrt lichtempfindlich und können ohne Behandlung erblinden. Da auch Collie Eye (Fehlbildung der Netzhaut, gestörte Entwicklung der Blutgefäße im Auge) und Retinadysplasie (Netzhautablösung) vorkommen, müssen sich alle Zuchthunde vor dem ersten Wurf einer Augenuntersuchung unterziehen.

Gebissfehlstellungen und Hüftgelenksdysplasie (schmerzhafte Veränderung des Hüftgelenks mit Fehlstellungen) treten ebenfalls auf. Es darf nur mit HD-freien Tieren gezüchtet werden. Allergien, Autoimmunerkrankungen (Lupus) und primäre Epilepsie werden ebenfalls vererbt.

Australian Shepherds leiden unter einem MDR1 Gendefekt (Multidrug resistance), d.h. die Hunde reagieren auf einzelne Medikamente überempfindlich, da die Blut-Hirnschranke nicht intakt ist. Medikamente gegen Ektoparasiten, Opioide, Zytostatika und Arzneien gegen Durchfall können schwere gesundheitliche Probleme mit tödlichem Ausgang hervorrufen.

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