Die Bengalkatze ist mit ihrem wunderschönen, einzigartig gemusterten Fell ein absoluter Blickfang. Sie ist die optimale Verbindung von Hauskatze und Wildkatze. Diese aktive, intelligente Rassekatze hat auch ihre Eigenheiten und stellt besondere Ansprüche an Haltung und Pflege.

Steckbrief

Ursprungsland: Asien, USA
Gewicht: Katzen bis zu 5 Kilogramm, Kater bis zu 8 Kilogramm.
Größe: Schulterhöhe bis 40 cm, Kopf – Schwanz – Länge bis 110 cm.
Lebenserwartung: ca. 15 Jahre
Fell: seidig glänzend, weich, ohne Unterwolle
Charakter: intelligent, verspielt, anhänglich, selbstbewusst, freundlich, temperamentvoll

Herkunft und Rassegeschichte

Die Bengalkatze ist eine hybride Katzenrasse. Sie entstand ursprünglich in den USA aus einer Kreuzung der asiatischen Leopardkatze mit einer Hauskatze. Die Asiatische Leopardkatze ist in Asien und im Himalaya weit verbreitet. Die Katzen besiedeln vor allem Waldgegenden. Als hervorragende Kletterer suchen sie Ruheplätze auf Bäumen auf, verstecken sich aber auch im Dickicht am Boden. Die Wildkatzen leben und jagen als Einzelgänger. Sie besitzen eine ähnliche Größe wie die Hauskatze, haben aber höhere Beine, einen schlanken Körper und einen kleineren Kopf. Die Fellzeichnung variiert abhängig vom Verbreitungsgebiet. Die Tiere sind tagaktiv, jagen aber bevorzugt in der Dämmerung. Beutetiere sind hauptsächlich Spitzmäuse, Fische und Krebstiere. 

Die Mischlinge aus Hauskatze und Leopardkatze waren trotz Prägung auf den Menschen nicht zähmbar und konnten nach Erreichen der Geschlechtsreife nicht mehr als Haustier gehalten werden. Da die Kater meistens unfruchtbar waren, wurden noch andere Katzenrassen wie die Ägyptische Mau, Abessinier und Orientalisch Kurzhaar eingekreuzt. Das Leopardenmuster des Fells und die natürliche Eleganz der Wildkatze sind trotz Einkreuzungen anderer Rassen erhalten geblieben. 1999 wurde die Bengalkatze vom FCI anerkannt. Heute werden diese Katzen nur mehr streng reinerbig gezüchtet.

Rassetypisches Erscheinungsbild und Charaktereigenschaften

Körperbau und Erscheinungsbild

Die Bengalkatze verfügt über einen muskulösen, athletischen Körper. Sie hat kräftige Sprunggelenke und meistert trittsicher hohe Kletterpfade. Der lange Körper mit dem breiten Brustkorb ist sehr beweglich. Der Kopf erscheint klein und rundlich, die mandelförmigen Augen stehen weit auseinander. Alle Augenfarben, außer blau und aquamarin, sind rassetypisch. Die kurzen Ohren sind an den Spitzen abgerundet. Über der breiten, großen Nase befindet sich auf der Stirn ein M. Der mittellange Schwanz ist geringelt mit abgerundeter Spitze.

Wesen und Charaktereigenschaften

Die Bengalkatze ist bis ins hohe Alter sehr verspielt. Sie ist neugierig, intelligent und fordert Aufmerksamkeit. Die Liebe zu Wasser hat die Katze beibehalten: Spiele im Wasser oder gemeinsames Baden mit dem Besitzer gehören zum Alltag. Zu ihrem Besitzer baut die Katze eine starke, vertrauensvolle Bindung auf. Sie ist neugierig und sehr anhänglich. Um nichts zu verpassen, wird dich deine Bengalkatze ständig begleiten. Als Katze mit einem ausgeprägten Selbstbewusstsein wird sie ihre Wünsche deutlich zum Ausdruck bringen. Hell gefärbte Katzen verfügen über ein sanfteres Wesen als dunkel gefärbte Tiere.

Fellfarbe und Fellpflege

Diese Rassekatze besitzt ein kurzes, dichtes, seidiges Fell. Die Unterwolle fehlt. Die Haarschäfte sind von Luft umgeben, Licht wird reflektiert. Das Fell glitzert in der Sonne, als ob es mit Gold- oder Silberpuder bestäubt wäre.

Die Bengalkatze hat die einzigartige Fellentwicklung der Wildkatze beibehalten. Katzenwelpen werden mit einem klaren Fell geboren. Ab der vierten Lebenswoche werden die Haare länger und stehen vom Körper ab, die Fellzeichnung verschwimmt. Die Katzenbabys erscheinen grau. Mit 16 Wochen glättet sich das Fell wieder. Erst ab dem siebenten Lebensmonat ist die Fellentwicklung abgeschlossen und die Zeichnung deutlich erkennbar. In der Natur dient diese „Fuzzy-Phase“ der besseren Tarnung der Jungtiere.

Bei den Zeichnungen werden rosetted, spotted und marble unterschieden. Katzen mit einer spotted Fellzeichnung weisen willkürliche oder in einem Strom angeordnete Tupfen auf. Bei rosetted Zeichnungen sind die Abzeichen immer zweifarbig. Abhängig von der Anordnung unterscheidet man Pfotenabdruck Rosetten, Pfeilspitzen Rosetten, Donut Rosetten und Embrionic Rosetten. Die marbled Zeichnung lässt das Fell marmoriert mit scharfen Musterkanten erscheinen.

Mehrere Farbvarianten, wie black, brown, silver, charcoal und snow, sind bekannt. Snow Katzen sind cremeweiß, die Abzeichen weisen verschiedene Braunschattierungen auf. Silver Katzen besitzen tiefschwarze Zeichnungen auf silberfarbenem Untergrund. Bei charcoal Katzen ist die Zeichnung schwarz bei dunklem Hintergrund.

Das Fell ist pflegeleicht. Da keine lose Unterwolle ausgekämmt werden muss, ist es ausreichend, wenn du die Katze zweimal wöchentlich bürstest. Zusätzlich kannst du deine Bengalkatze mit einem Ledertuch abreiben, um den Fellglanz zu verstärken.

Haltung und Erziehung

Bengalkatzen benötigen viel Bewegung mit Klettermöglichkeiten. Auslauf in einem gesicherten Garten ist ideal. In der Wohnung kannst du das Bewegungsbedürfnis deiner Katze stillen, indem du mehrere Kletterpfade und erhöhte Aussichtsplattformen einbaust. Kratzbäume müssen stabil befestigt werden, da deine Katze über eine große Sprungkraft verfügt.

Gut sozialisierte Bengalkatzen sind sehr intelligent und können leicht erzogen werden. Intelligenzspielzeug wird gerne angenommen und fördert die geistige Auslastung. Möchtest du deiner Bengalkatze kleine Tricks beibringen, kannst du sie mit einem Klicker trainieren. Sie wird die Übungen schnell begreifen und mit Freude daran teilnehmen.

Ernährung und Gesundheit

Ernährung und Gesundheit

Um den Aufbau und die Funktion der Muskeln zu fördern, sollte das Futter einen Proteingehalt von mindestens 40% und einen maximalen Fettgehalt von 18% aufweisen. Um den individuellen Bedürfnissen deiner Katze gerecht zu werden, ist es am einfachsten, die Katze zu barfen. Aber auch Bio-Fertigfutter mit einem hohen Fleischanteil ist geeignet. Die Bengalkatzen sind robust und werden bei artgerechter Haltung selten krank.

Rassetypische Krankheiten 

Durch die Inzucht ist das Risiko für Erbkrankheiten relativ hoch. Bengalkatzen neigen zu Herzerkrankungen und Herzrhythmusstörungen. An den Nieren können sich von Geburt an Zysten bilden (PKD – polyzystic kidney disease). Durch gezielte Züchtung bestimmter Dilutefarben (caramel = verdünntes Braun) wird ein Gen gefördert, das Immunschwäche und eine kürzere Lebenserwartung verursacht.

Hinweise zur Anschaffung

Bengalkatzen können bei Züchtern, die beim Verband für die Haltung von Zucht und Edelkatzen oder Partnervereinen registriert sind, erworben werden. Bei diesen Rassekatzen wurden die Elterntiere vor der Zulassung zur Zucht auf Erbkrankheiten untersucht. Das Risiko einer späteren Erkrankung ist geringer. Am besten besuchst du Katzenausstellungen, um mehrere Züchter kennen zu lernen.

Auch in Tierheimen und bei Tiernothilfen gibt es Rassekatzen, die durch persönliche Tragödien ihren Platz verloren haben und dringend eine neue Familie suchen. Adoptierst du eine Bengalkatze, ob vom Züchter oder aus dem Tierheim, hast du einen loyalen, intelligenten Begleiter an deiner Seite.

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