Der Border Collie ist der geborene Hütehund. Er zählt zu den intelligentesten und agilsten Hunderassen und braucht viel Beschäftigung. Er passt ideal zu Menschen, die seinem Anspruch, sich viel zu bewegen und Neues zu lernen, gerecht werden können.

Steckbrief

Ursprungsland: Großbritannien 
Einordnung: mittelgroße Hunderasse 
Größe: Hündin: bis zu 50 Zentimeter Rüde: bis zu 56 Zentimeter 
Gewicht: bis zu 40 Kilogramm 
Lebenserwartung: bis zu 14 Jahre 
Fell: mittellang oder stockhaarig in rot, blau, blue-merle, red-merle, tricolor, schwarz-weiß, schwarz-weiß-gemottet, lilac, tan oder australian red. 
Charakter: große Lernbereitschaft und -fähigkeit, aufmerksam, sensibel, lebhaft
Verwendung früher: Hütehund für Schafe auf den britischen Inseln 
Verwendung heute: beliebter Familienhund für alle Leute, die viel Zeit für das Tier haben und ihm genug Beschäftigung anbieten können
FCI-Standard: 297 
FCI-Gruppe 1: Hütehunde und Treibhunde 
FCI-Sektion 1: Schäferhunde

Herkunft und Rassegeschichte

Die Herkunft der Border Collies ist sicher Großbritannien, auch wenn die ersten Berichte über die hervorragenden Hüteeigenschaften dieser Hunde aus Italien stammen, weil die Römer die Tiere mit nach Italien genommen hatten. Auch die Wikinger haben bereits um 800 n.Chr. Border Collies aus Britannien mit in ihre Heimat genommen. 

Als Rasse wird der Border Collie vom FCI seit 1976 anerkannt. Als Stammvater gilt der Rüde Old Hemp (1893–1901), der dem Farmer Adam Telfer gehörte.

Rassetypisches Erscheinungsbild und Charaktereigenschaften

Körperbau

Border Collies sind eher lang als hoch und muskulös. Die Nase ist mittellang, die Ohren stehen aufrecht und sind mittelgroß. Die Rute ist gut behaart und tief angesetzt.

Wesen und Charaktereigenschaften

Border Collies gehören zu den intelligentesten Hunden, die es gibt und lernen deshalb sehr schnell. Sie brauchen viel Beschäftigung, um sich nicht zu langweilen. Sie sind sehr lebhaft und brauchen außerdem viel Bewegung. Da sie ursprünglich als Hütehunde gezüchtet wurden, haben diese Hunde hervorragende Hüteeigenschaften.

Fellfarbe und Fellpflege

Fellfarben sind viele erlaubt, die Farbe Weiß sollte aber nicht vorherrschen. Laut FCI gibt es zwei Fellvarianten, und zwar die mit mittellangem Fell oder aber stockhaarige Tiere. Das Fell muss oft gebürstet und gut gepflegt werden.

Optimale Haltungsbedingungen

Optimale Haltungsbedingungen gibt es für Border Collies auf einem Bauernhof mit einer Schafherde. Aber auch die Haltung als Familienhund in einer Familie, die genug Zeit für das Tier hat und am besten mit dem Hund einen typischen Hundesport ausübt, kann diesen Hunden gerecht werden. Zwischenzeitlich brauchen aber auch Border Collies Ruhe, um sich entspannen zu können. Der Hundesport sollte also auch nicht übertrieben werden. Als typische Rudelhunde akzeptieren Border Collies normalerweise gern weitere Hunde in der Familie. 

Möglichkeiten einer sinnvollen Beschäftigung 

  • Schafe hüten zu können
  • Agility
  • Dog Dancing
  • Ballspiele und andere Hundespiele, die viel Einsatz und Bewegung erfordern
  • Ausgiebige Ausflüge mit der Familie, bei denen der Hund sich auspowern kann.

Erziehung

Border Collies können einen sehr eigenen Kopf entwickeln, wenn sie nicht richtig erzogen und dann zu Problemhunden werden. Deshalb brauchen diese Hunde von Anfang an eine besonders konsequente Erziehung. Sie müssen wissen, wer ihr Herrchen oder Frauchen ist und was konkret von ihnen verlangt wird. Wer einen Border Collie erzieht, sollte also von Anfang an genau wissen, was er will und das dem Hund auch geduldig klar machen. Dann wird sich so ein Hund sehr gut entwickeln und später auch keine Schwierigkeiten machen.

Ernährung

Wenn Border Collies genug Bewegung bekommen, neigen sie im Prinzip nicht zu Übergewicht. Bei einem Zuviel an Futter können aber selbst diese Hunde natürlich zu dick werden, was ungesund für sie wäre. Border Collies sind von Natur aus gute Futterverwerter. Die Rasse wurde so gezüchtet, dass sie auch mit eher magerer Nahrung gut auskommt. Sie benötigen deshalb eher kleine Mengen an Fett, Proteinen und Kohlenhydraten. Besser ist es, bei der Fütterung auf hochwertiges Futter zu achten als zu viel zu füttern.

Rassetypische Krankheiten und Vorbeugung

Besonders die Border Collies mit den Merle-Farbvarianten kommen sehr häufig aus genetischen Gründen blind und/oder taub auf die Welt. Deshalb sind diese Farbzüchtungen in Deutschland auch als Qualzucht verboten. In USA und Frankreich ist die Züchtung dieser Farbvarianten auf Antrag erlaubt. Dort werden junge Border Collies, die so auf die Welt kommen, sofort getötet. Andere schwere genetisch bedingte Krankheiten, die Border Collies bekommen können, sind das Trapped Neutrophil Syndrome (TNS), eine Knochenmarkserkrankung, bei der keine weißen Blutkörperchen gebildet werden können, die tödliche Stoffwechselstörung Canine Ceroid-Lipofuszinose (CL) oder die vererbbare Augenerkrankung Collie Eye Anomaly (CEA). Die Verbreitung dieser Krankheiten kann nur reduziert werden, indem bei der Zucht von Border Collies absolute Vorsicht an den Tag gelegt wird.

Eine ebenfalls genetisch bedingte Krankheit, die Border Collies, aber auch einige verwandte Hunderassen bekommen können, ist der MDR1-Defekt. In diesem Fall handelt es sich um eine Überempfindlichkeit gegenüber diversen Arzneistoffen. Dies ist nicht nur bei tierärztlicher Behandlung der Hunde zu beachten, sondern auch unterwegs, denn schon die Aufnahme von Pferdeäpfeln oder anderem Tierkot von Tieren, die mit bestimmten Arzneistoffen wie einigen Wurmkuren behandelt wurden, kann sehr gefährlich für Border Collies werden.

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