Chinchillas sind in erster Linie für ihr besonders schönes Fell bekannt geworden. Deswegen sind sie überwiegend auf Pelzfarmen gezüchtet worden, haben aber auch leider vielmals Einsatz als Versuchs- und Labortiere gefunden. Dies sowie die Jagd auf freilebende Chinchillas haben nahezu zum Aussterben dieser hübschen Nager geführt, bis Anfang des 20. Jahrhunderts Schutzprogramme für sie ins Leben gerufen wurden. Erst in den letzten 30 bis 40 Jahren wurden die süßen Puschel zu beliebten Haustieren. Wenn du wissen möchtest, wie du Chinchillas richtig halten kannst, schaue dir unsere acht Tipps an.

Steckbrief

Chinchillas stammen ursprünglich aus Südamerika. Sie kommen zwar mit großen Temperaturunterschieden, aber nicht mit Temperaturen über 25 Grad Celsius zurecht. In freier Wildbahn leben sie in Gruppen zusammen. Tagsüber schlafen sie gern und werden erst am Abend aktiv. Für Außenhaltung sind sie nicht geschaffen, da es hierzulande zu feucht und zu kalt ist. Ihr Fell ist nicht wasserabweisend, so dass die Tiere weder Feuchtigkeit noch Nässe vertragen. Chinchillas können bis zu 20 Jahre alt werden! Wenn du Chinchillas richtig halten möchtest, musst du dies berücksichtigen. Inzwischen werden sie in einigen hübschen Fellfarben gezüchtet.

Tipp 1: Die Gehege-Grundfläche

Chinchis sind für Einzelhaltung nicht geeignet. Wenn du Chinchillas richtig halten möchtest, sind zwei Tiere ideal, die entsprechend Platz benötigen. Chinchillas sind sehr bewegungsfreudige Tiere, weswegen handelsübliche Käfige diesem Bedürfnis nicht gerecht werden können. Als Idealmaß, um zwei Chinchillas richtig zu halten, gilt ein Gehege mit 5 Quadratmetern Grundfläche (jedoch mindestens 1,5 Quadratmeter) und mindestens 1,50 m nach oben. Wenn du diesen Platz nicht hast, überlege dir gut, ob du deinen Tieren ein Leben in einem zu kleinen Käfig zumuten oder es lieber sein lassen möchtest.

Tipp 2: Die Gehege-Einrichtung

Chinchillas lieben sandbaden; kaufe hierfür speziellen Chinchilla-Sand und biete ihn deinen Puscheln in einer ca. 20x20 cm großen Keramik- oder Edelstahlschale an. Deine Tiere benötigen täglich frisches Bio-Heu zum Knabbern und Spielen. Damit es sauber bleibt, kannst du es in außen befestigten Raufen an den Gitterstäben des Geheges anbieten. Trinkwasser solltest du in Wasserschalen, nicht in Nippeltränken bereitstellen. Stelle die Schale auf einen flachen Stein oder ein Stück Holz, damit keine Einstreu hinein getragen wird. Chinchillas mögen am liebsten Temperaturen von rund 20 Grad Celsius und einen ruhigen, rauchfreien Standort ohne direkte Sonne.

Tipp 3: Reinigung des Geheges

Chinchillas kötteln ständig, wo sie gehen und stehen. Einmal pro Woche solltest du daher das Gehege komplett reinigen. Reinige die Pipiecken am besten täglich. Verwende staubarme Einstreu, wenn du deine Chinchillas richtig halten willst; es gibt Streu speziell für Chinchillas.

Tipp 4: Die Ernährung

Damit deine Chinchis lange gesund bleiben, ist die richtige Ernährung sehr wichtig. Da Chinchillas aus kargen Gegenden stammen, ist ihr Organismus an entsprechende Nahrung angepasst. Am liebsten mögen sie frische Gräser, Blüten und Kräuter, frei von Pestiziden oder Hundehinterlassenschaften. Ebenso stehen kleine Mengen frisches und qualitativ gutes Obst und Gemüse wie Brokkoli, Gurke, Zucchini und Blattsalate auf ihrem Speiseplan. Füttere Gemüse langsam und vorsichtig an, da die Tiere unter Umständen zu Durchfall neigen. Gib nicht zu viel Obst wegen des Zuckergehaltes. Biete ihnen hochwertige Samenmischungen und Pellets an. Es gibt einige Online-Shops, die gutes Chinchilla-Futter im Sortiment haben. Viele handelsübliche Sorten enthalten zu viele Stoffe, die Chinchis nicht vertragen, z.B. Zucker.

Tipp 5: Chinchillas richtig beschäftigen

Chinchillas sind sehr aktiv und lieben z.B. Röhren aus Ton oder Kork (mindestens 12 cm Durchmesser) und auch Klettermöglichkeiten aus Holzplatten oder Ästen. Pappkartons dienen als tolle Höhlen und Verstecke. Verzichte in jedem Fall auf Plastikzubehör, wenn du deine Chinchillas richtig halten und gefahrlos beschäftigen möchtest. Je größer und interessanter das Gehege gestaltet ist, desto besser. Unter Umständen kannst du in diesem Fall auch auf Auslauf verzichten. Lasse deine Tiere im Auslauf nie unbeaufsichtigt, da sie extrem neugierig sind und alles erkunden, was ihnen vor ihre scharfen Zähne kommt. Richte den Auslauf so ein, dass sie selbständig und jederzeit in ihr Gehege zurück können. Chinchillas können bis zu einem Meter hoch springen.

Tipp 6: Verhalten von Chinchillas

Chinchis vermitteln durch Körper- und Lautsprache, wie sie gerade aufgelegt sind. Mache dich vor der Anschaffung mit ihren typischen Verhaltensmustern vertraut und beobachte deine Tiere stets genau, damit du lernst, ihr Verhalten zu deuten. Wenn sie sich bedroht fühlen, können sie fauchen, die Zähne zeigen und auch durchaus ihren vermeintlichen Angreifer mit Urin bespritzen.

Tipp 7: Chinchillas und Menschen

Chinchillas sind sehr schreckhafte Tiere, so dass du jeden Zugriff von oben vermeiden solltest. Sei leise und locke sie mit einem Leckerli (z.B. ein Stück getrocknetes Gemüse) in deiner Hand. Sprich mit ihnen, damit sie sich an deine Stimme gewöhnen. Sie brauchen eine gewisse Zeit, um zu lernen, dass du nicht gefährlich bist. Chinchis lassen sich nicht erziehen, und du kannst ihnen auch keine Kunststücke beibringen. Manche Tiere werden nie zahm und ziehen die Gesellschaft eines Artgenossen der des Menschen vor. Sie schätzen es auch nicht, hochgenommen zu werden. Generell sind sie meist weniger menschenbezogen als andere Nager wie Ratten oder Kaninchen. Daher sind sie ideale Tiere zum Beobachten und für Kinder nicht geeignet.

Tipp 8: Die Anschaffung

Am besten hältst du Chinchis als Paar, ein Böckchen und ein Weibchen vertragen sich gut. Das Böckchen muss in jedem Fall kastriert sein. Aber auch gleichgeschlechtliche Tiere können gut zusammen leben. In Tierheimen warten viele liebe Chinchis auf ein neues Zuhause. Frage daher zunächst dort oder auch in Notstationen nach. Bitte kaufe nie ein Tier im Zooladen. Chinchillas sind nicht leicht zu vergesellschaften und sollten am besten in jungem Alter zusammengebracht werden. Musst du ältere Tiere vergesellschaften, weil beispielsweise eines gestorben ist, lasse dich von Fachleuten hierzu praktisch beraten.

Beteilige dich jetzt an unserer Themendiskussion: → Anmelden

Du bist noch kein Mitglied im Happy Pet Club? Informiere dich und tausche dich mit anderen zu allen Themen rund um unsere tierischen Lieblinge aus - kostenlos natürlich: → Registrieren

Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz Administrator
Als Redakteurin kümmere ich mich um das Magazin des HPC und schreibe Beiträge und Reportagen. 🙂