Ein Anblick zum Verlieben: Das Foto in der Online-Börse zeigt einen bildhübschen Welpen, der mit treuen Augen in die Kamera blickt. Immer wieder überzeugen solche Inserate Tausende Tierliebhaber. Jedoch folgen auf den Kauf dramatische Wochen, weil der Welpe ernsthaft krank ist und im schlimmsten Fall sogar stirbt. Grund hierfür sind die Machenschaften skrupelloser Händler, denen es beim illegalen Handel mit den Welpen allein um ihren finanziellen Vorteil geht. Wühltischwelpen werden diese armen Tiere auch genannt. Warum fallen Tierliebhaber immer wieder darauf herein?

Herkunft der Wühltischwelpen

Die Vorstellungen, die wir von diesen Welpen und ihrer Herkunft haben, sind meist völlig falsch. Die Realität sieht leider so aus: Hunde vegetieren in kleinen Zwingern oder Verschlägen vor sich hin, der Blick nach draußen bleibt ihnen meist verwehrt. Die hygienischen Zustände sind verheerend. Die Hunde werden kaum gepflegt, schlecht versorgt und nicht tierärztlich betreut. Die Elterntiere sind schwach und oft mangel- bzw. fehlernährt, da sie nur als Deckrüden oder Gebärmaschine “verwendet” werden. Zum Teil fehlen Nahrung und Wasser. Doch all diese Bilder bekommen Außenstehende nicht zu sehen.

Angebot und Nachfrage

Wühltischwelpen werden regelrecht am Fließband “produziert”. Die Nachfrage kurbelt den Markt für den illegalen Handel mit Welpen an. Doch wie geht es mit den Welpen weiter?

Die nur wenige Wochen alten Welpen werden meist, wie in einem Lager, ohne ihre Mutter untergebracht. Sie sind bereit, um bei Bedarf in Verkaufsräume gebracht zu werden. Doch jedem aufmerksamen Besucher sollte klar sein, dass in diesen Verkaufsräumen, in denen der Hundehändler in der Regel etwa 50 Welpen verschiedenster “Rassen” anbietet, keine gesetzlich vorgeschriebene Betreuung der Tiere gewährleistet werden kann.

Kampagnen gegen illegalen Handel mit Welpen

Bei dieser Art von Händlern und Züchtern steht rein der Profit im Vordergrund. Im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel wurden bereits zahlreiche Händler aufgedeckt und angezeigt, doch es gibt noch hunderte von ihnen. Bis zu 200.000 dieser Hundewelpen werden jährlich in den deutschsprachigen Raum eingeschleust. Der illegale Handel mit Welpen verdient mit Tierleid so ein Vermögen.

Die Stadt Wien startete im November 2013 eine umfassende Kampagne zum richtigen Tierkauf, der wohlüberlegt und fernab von Mitleidseffekten erfolgen soll. Die Kampagne klärt außerdem darüber auf, wo du ein Tier kaufen solltest, was es heißt, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen, und welche dramatischen Folgen der Kauf bei unseriösen Verkäufern hat. Zum einen kommen hohe Kosten auf die neuen Besitzer des Wühltischwelpen zu, zum anderen gehen Experten davon aus, dass jedem “geretteten” verkauften Hund rund fünf neue folgen.

Illegale Zucht: Schwarze Schafe erkennen

Es gibt einige Merkmale, an denen du illegalen Handel mit Welpen erkennen kannst. Rassewelpen mit unklarer Herkunft werden …

  • zu Dumping-Preisen, d.h. ca.120 bis 400 Euro, angeboten
  • werden oft zu früh vom Muttertier getrennt (vor der 8. Lebenswoche)
  • werden oft mit unzureichend ausgefülltem und/oder gefälschten EU-Heimtierausweisen oder ausländischen Impfpässen abgegeben
  • haben oft gefälschte Impfeinträge und sind daher nicht ausreichend geschützt
  • von “Züchtern” angeboten, die Interessenten keinen Einblick in den derzeitigen Aufenthaltsort des Tieres gewähren, sondern sich stattdessen an anderen Orten, auf der Straße oder im Wald, treffen wollen.

Aus dem vermeintlichen Schnäppchen kann innerhalb von Tagen ein todkranker Hund werden, der intensiver tierärztlicher Behandlung bedarf, um zu überleben. Besonders schwere und gefährliche Erkrankungen sind u.a. Parvovirose, Staupe oder Tollwut.

Merkmale seriöser Züchter

Dennoch gibt es natürlich viele seriöse Hundezüchter. Woran kannst du sie erkennen? Wer sich für einen reinrassigen Welpen von einem seriösen Züchter interessiert, weiß, dass diese Hunde je nach Rasse ab 800 Euro kosten. Die Gründe dafür sind durchaus nachvollziehbar. Seriöse Züchter…

  • garantieren die sorgfältige Auswahl der Elterntiere und halten sich an Zuchtnormen
  • sorgen für eine umfassende tierärztliche Betreuung mit Impfung und Entwurmungen
  • stehen für eine artgerechte Aufzucht der Welpen in einem angenehmen Umfeld, das von Interessenten auch vorab besichtigt werden kann
  • sorgen dafür, dass die Welpen erst ab einem Mindestalter von 8-10 Wochen und korrekt geimpft und gechipt in ihr neues Zuhause kommen
  • geben den neuen Hundehaltern einen vollständig ausgefüllten EU-Heimtierausweis mit.

Fazit

Auch wenn dir als Hundefreund der Gedanke kommt, dass du doch mit dem Kauf gerade einen solchen armen Welpen rettest, mache dir klar, dass du mit dem Kauf “billiger” Wühltischwelpen ein todbringendes System unterstützt. Ein paar weitere Infos und Fakten:

  • Es herrschen unvorstellbare Zustände bei der Zucht.
  • Welpen werden unter dramatischen Bedingungen durch halb Europa transportiert und verkauft. Viele davon sterben bereits auf dem Weg.
  • Angebotene Welpen sind meist zu jung. Vor der vollendeten achten Woche dürfen die Jungtiere nach den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes nicht von der Mutter getrennt werden. Durch die frühzeitige Trennung der Tiere von der Mutter und den Wurfgeschwistern entstehen soziale Defekte, die oft ein Leben lang bleiben. Somit besteht die Gefahr, einen nicht sozialisierten, verhaltensgestörten Hund zu erwerben.
  • In vielen Fällen sind die Welpen bereits latent krank. Virale oder bakterielle Infektionserkrankungen sind bei Übergabe des Tieres häufig noch in der Inkubationszeit und damit symptomlos beziehungsweise mittels Antibiotika unterdrückt. Durch den Stress der Trennung und des Transports brechen Krankheiten meist nach wenigen Tagen bei den neuen Haltern aus. Sie haben intensive tierärztliche Behandlungen zur Folge und enden oft mit dem Tod der Welpen.
  • Das vermeintliche “Schnäppchen” durch den günstigen Kaufpreis entpuppt sich häufig durch nachfolgende oftmals lang dauernde Behandlungskosten als Kostenfalle: 1.500 Euro und mehr Tierarztkosten nach wenigen Tagen sind keine Seltenheit.
  • Laut Experten überleben sieben von zehn importierten Welpen das erste Lebensjahr nicht.
  • Durch den illegalen Handel mit Welpen wird die Vermittlung von Tieren aus heimischen Tierheimen immer schwieriger.

Deswegen kaufen Tierfreunde nie bei einem vermeintlich illegalen Züchter. Wenn du einem Hund ein Zuhause geben möchtest, besuche zunächst die Tierheime bzw. schaue auf deren Webseiten. Dort warten unzählige liebenswerte Hunde, auch junge Rassehunde, darauf, in gute Hände vermittelt zu werden.

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Über den Autor / die Autorin → realtalk Tiere
Heya, wir sind zwei sehr tierliebende Mädchen im Alter von 14 Jahren. Wir haben uns das Ziel gesetzt, für die Rechte der Tiere zu kämpfen. Wir wollen dennoch KEINE Hetze oder dergleichen betreiben! Wir wollen euch (Ihnen) lediglich zeigen, wie die kalte Realität aussieht und dass Du (Sie) einmal die rosarote Brille absetzt und mit uns, als Gemeinschaft, gegen Tierqualen vorgeht. Bitte helft mit! Man muss nicht gleich Geld ausgeben, um Gutes zu tun!