In Deutschland leben geschätzt mehr als 14 Millionen Katzen. Sie sind Haustier, Freund und Seelentröster. Die Katze ist eine wichtige Begleiterin des Menschen, und das bereits seit mehr als 5.000 Jahren. Vermutlich domestizierte sich die Wildkatze selbst, indem sie die Nähe und Kooperation mit den Menschen suchte. In der Geschichte der Katze wurde sie über die Zeiten geliebt, gejagt und vergöttert.

Vom Mäusefänger zum Haustier

Die ersten Wildkatzen näherten sich menschlichen Siedlungen vermutlich bereits in der Jungsteinzeit. Die Menschen wussten schnell die besonderen Talente der flinken Mäusejäger zu schätzen. Als Gegengeschenk erhielten die klugen Tiere leckere Fleischreste und Streicheleinheiten. Der Ursprung dieser Freundschaft zwischen Mensch und Katze liegt irgendwo im fruchtbaren Halbmond, einer Landschaft, die sich über das heutige Israel bis tief hinein in den Iran erstreckt. In der Geschichte der Katze stilisierten die Ägypter schließlich die Katze zur Gottheit. Sie verehrten die Katzengottheit Bastet, eine dunkle Göttin der Fruchtbarkeit und Tochter des Sonnengottes Ra. Mit den Griechen kamen die ersten Katzen etwa 500 vor Christus nach Europa. Über die Seehandelswege und weiterhin geliebt als Mäusefänger eroberte die Katze schließlich die ganze Welt.

Genetik der Katze

Der genaue Ursprung des Übergangs von der Wild- zur Hauskatze lag in der Geschichte der Katze lange im Dunklen. So wusste man lange nicht, ob sich voneinander unabhängige Katzenpopulationen auf verschiedenen Erdteilen bildeten. Die Gentechnik schließlich brachte Aufschluss darüber, dass wirklich alle Hauskatzen von der Afrikanischen Wildkatze abstammen. Überprüfungen mit den Genmaterialien anderer Wildkatzenarten weltweit brachten keine nennenswerten Übereinstimmungen. Möglich ist dennoch, dass sich regionale Wildkatzenarten einkreuzten und sich so verschiedene Rassen ausformten.

Im Mittelalter wurde die Katze gejagt

Im Mittelalter erlebte die Erfolgsgeschichte der Katze einen herben Einbruch. Der Wahnsinn der Inquisition verfolgte über Jahrhunderte alles, dass mit ungezügelter Weiblichkeit, Fruchtbarkeit und Erotik verbunden wurde. Gehasst wurde insbesondere die schwarze Katze. Millionen Tiere brannten auf den Scheiterhaufen, oftmals gleich neben ihren Besitzerinnen. Die Katze wie auch die Frau haben diese Zeit zum Glück überdauert. In helleren Zeiten wandelten sich die eleganten Tiere zu noblen Begleiterinnen feiner Damen. In der Geschichte der Katze entstanden die ersten Rassekatzen, und zeitweise gehörte die Anwesenheit einer Katze zum guten Ton jeden Haushaltes.

Exotische Züchtungen

Heute gibt es Katzen in den buntesten Züchtungen und Fellfarben. Einfarbige Katzen sind dabei eher selten. Auch wenn manchmal schwer erkennbar, tragen nahezu alle Züchtungen ein Muster: getigert, gestromt oder getüpfelt. Zu den markantesten Rassen gehören die Riesenkatzen. Die Norwegische Waldkatze kann ähnlich wie die amerikanische Maine Coone auf eine Körperlänge von über einem Meter heranwachsen. Faszinierend sind Katzen mit blauen Augen, wie die asiatische Siamkatze. Woher die ungewöhnliche Farbgebung rührt, ist bis heute nicht ganz geklärt. Vermutlich war es eine zufällige Mutation, die dann durch Auslese in Reinform gebracht wurde.

Wildkatzen heute

Die Stamm-Mutter aller Katzen, die afrikanische Falbkatze, kommt bis heute noch in der Freiheit vor. Die Bestände sind derzeit stabil, und immer wieder kreuzen sich wilde Exemplare mit den dortigen Hauskatzen. Im Norden sind diverse Arten der Europäischen Waldkatze anzutreffen. In Deutschland eher selten geworden, trifft man die scheuen Wildkatzen vor allem dort, wo es noch ausgedehnte Streifen unberührter Natur gibt. Im hohen Norden, von Schottland über Skandinavien bis zum Kaukasus, existieren stabile Populationen. In Deutschland sind Wildkatzen streng geschützt und es bleibt zu hoffen, dass sich auch hier die Bestände wieder ausdehnen.

Weitere interessante Fakten zur Katze

Die Katze gilt als das einzige Tier, das in Wahrheit den Mensch domestiziert hat! Stolz und frei lassen sich selbst Stubentiger kaum dressieren oder erziehen. Die Menschen lieben sie trotzdem oder gerade deswegen. Stimmt die Versorgung, kooperieren sie mit den Menschen. Passt der Service nicht mehr und die Tür steht offen, wechseln sie unter Umständen sehr schnell die Gefolgschaft.

Menschen, denen sich Katzen freiwillig anschließen, gelten als sehr freiheitsliebend und selbstbewusst. Im Volksglauben und vielen weiteren alten Religionen wird die Katze mit der Weiblichkeit an sich, der Göttin Venus und der Sexualität, verbunden. In Asien gilt eine mit der rechten Pfote winkende Katze als ein sehr hohes Glückssymbol.

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