Ein Lebewesen ist ein hochkomplexes System, dessen Überleben an eine Reihe faszinierender Vorgänge innerhalb des Körpers geknüpft ist. Neben dem Zusammenspiel des Gehirns, der Organe und Hormone gibt es einen weiteren in uns lebenden eigenen Organismus: das Mikrobiom. Und da jedes Lebewesen über sein individuelles Mikrobiom verfügt, tut dies auch unser Hund. Was hat es mit dem Mikrobiom des Hundes auf sich?

Faszination Mikrobiom

Der Begriff Mikrobiom bezeichnet alle auf Erde vorkommenden Mikroorganismen. Es ist sehr spannend, sich damit zu beschäftigen, und in den letzten Jahren ist das Mikrobiom vermehrt in den Fokus von Wissenschaft und Forschung geraten. Erst jetzt wurde entdeckt, welche Bedeutung das Mikrobiom im Gesamtablauf körperlicher Zusammenhänge hat. Denn jedes Lebewesen ist von einem Mikrobiom, also einer immens großen Gruppe von Bakterien, Viren und Pilzen, besiedelt. Der Mensch wird von rund 100 Billionen Bakterien besiedelt, die für sich genommen ca. 1-1,5 kg auf die Waage bringen! Sie nehmen Einfluss auf u.a. sämtliche Stoffwechselvorgänge im Körper und damit auf unseren Gesundheitszustand. Bei Menschen wie beim Hund befinden sich die meisten Bakterien in der Darmflora.

Mikrobiom und Immunsystem

Kommt der Hund auf die Welt, ist er komplett frei von Bakterien. Während der Geburt und Aufnahme der ersten Milch nimmt der Welpe die Bakterien seiner Mutter auf, und das Mikrobiom des Hundes beginnt, sich in erster Linie im Darm aufzubauen. Der Darm ist neben dem Gehirn die wichtigste Schaltzentrale des Körpers. Hier bilden sich gute Keime und Bakterien, die Angriffe von außen über ein starkes Immunsystem abwehren.

Gute und schlechte Bakterien

Je älter der Hundewelpe wird und die Muttermilch irgendwann durch Welpennahrung ersetzt wird, verändert sich das Mikrobiom des Hundes weiter. Beschäftigst du dich als Hundehalter also mit der Gesunderhaltung deines Hundes, solltest du immer die in ihm lebenden Bakterien & Co. in deine Überlegungen mit einbeziehen. Denn auch die Haltung des Hundes sowie Umwelteinflüsse prägen die Zusammensetzung des Mikrobioms und nehmen so Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes. Je günstiger all diese Faktoren sind, desto besser funktioniert der Superorganismus Mikrobiom und schützt den Hund vor Krankheiten.

Entschlüsselung des Mikrobioms

Das Mikrobiom des Hundes ist ein komplexes, eigenes Ökosystem. Mithilfe von Stuhlproben lassen sich durchaus Einblicke gewinnen, aber gemessen an der Unmenge der im Körper lebenden Bakterien kann kaum das komplette System entschlüsselt werden. Sprich im Krankheitsfall aber deinen Tierarzt daraufhin an, und er wird entsprechende Untersuchungen veranlassen. Am Markt gibt es inzwischen auch für Hunde einige Produkte zur Unterstützung der Darmflora. Diese enthalten in erster Linie Präbiotika wie Inulin, Laktose oder Pektin, die sich günstig auf den Bakterienhaushalt auswirken. Allerdings kann Überdosierung dieser Stoffe zum Gegenteil führen und z.B. Verdauungsprobleme verursachen. Daher solltest du vor der Fütterung solcher Präparate immer zuerst Rücksprache mit deinem Tierarzt oder auch Tierheilpraktiker halten, ob er diese Maßnahme als sinnvoll erachtet.

Günstige Beeinflussung des Mikrobioms

Die Mikrobiome von Hund und Mensch sind sich tatsächlich relativ ähnlich. Vermutlich liegt dies in ihrer langen und engen gemeinsamen Geschichte und Beziehung begründet. Du kannst selbst einiges dazu beitragen, dass das Mikrobiom des Hundes gesund und widerstandsfähig bleibt. Einige der Tipps kannst du somit auch für dich selbst anwenden:

  • Füttere deinen Hund mit natürlichen Bestandteilen wie Fleisch, Gemüse, etwas Obst und Getreide
  • Verzichte auf denaturiertes Dosenfutter und die darin enthaltenen Zusätze wie Zucker, Konservierungsstoffe usw.
  • Verbringe mit deinem Hund viel Zeit draußen, so dass er nach Herzenslust die Umgebung erkunden und mit ihr in Kontakt kommen kann
  • Falls dein Hund gern badet, sei vorsichtig bei stehenden Gewässern, vor allem an heißen Tagen, da hier gern gefährliche Bakterien lauern
  • Halte deinen Hund von Giftstoffen und giftigen Nahrungsmitteln fern
  • Verzichte wenn möglich auf die Gabe von Antibiotika und Medikamenten allgemein, sofern es nicht sein muss.

Störungen des Mikrobioms lassen sich u.a. an Verdauungsproblemen, Veränderungen von Schleimhäuten, Haut und Fell durch Pilzbefall, Atemwegserkrankungen und Allergien erkennen.

Fazit

Die Thematik Mikrobiom ist ebenso spannend wie komplex, und hier kann es nur einen ganz kleinen Einblick als Übersicht geben. Dieser kann dir aber helfen, verstärkt den Blick auf das Ökosystem Mikrobiom zu richten. Letztendlich kontrollieren lassen sich Bakterien & Co. aber wohl kaum (wie viele Forscher vermutlich hoffen). Übrigens ist das älteste lebende Bakterium, was je gefunden wurde (im Jahre 2000) geschätzte 250 Millionen Jahre alt! Sie sind Überlebenskünstler par excellence und werden wahrscheinlich alles und jeden auf Erden überleben. Richte daher den Blick auf das, was sichtbar in deinem Einflussbereich liegt, um deine Gesundheit und die deines Hundes bestmöglich zu stärken.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.