Wer den Wunsch nach einem Haustier hat, wünscht sich in der Regel ein aufgeschlossenes und unkompliziertes Wesen. Daher entscheiden sich viele für ein Tier vom Züchter statt für eines aus dem Tierheim. Scheinbar gibt es noch zu viele Vorurteile und Irrtümer über Tierheimtiere, die es sich lohnt anzuschauen und aufzulösen. Denn zu viele Tiere – ob Hund, Katze, Kleintier oder Ziervögel – warten in den rund 550 deutschen Tierheimen auf ein liebevolles Zuhause.

Abgabegründe

Es gibt viele Gründe dafür, dass Tierhalter ihr Haustier im Tierheim abgeben. Job- oder Wohnungswechsel, Scheidung, Krankheit oder Geldnot sind einige davon. Andere Leute wiederum sind überfordert und haben sich das Leben mit einem Haustier leichter vorgestellt. Es sind zu viele Pflichten damit verbunden, und einfach mal in den Urlaub fahren ist auch nicht mehr so leicht drin. In anderen Fällen hat das anfangs begeisterte Kind keine Lust mehr, sich um das Tier zu kümmern oder ist enttäuscht, dass es doch nicht der ersehnte Spielkamerad ist, vom dem es geträumt hat. Von daher trifft es Haustiere aller Arten, Rassen und Altersklassen, die im Tierheim landen. Es handelt sich allein in Deutschland um rund 120.000 in Heimen abgegebene Hunde.

Irrtum 1: Tierheimtiere sind meist alt

Gerade in den Sommermonaten werden besonders viele junge Tiere in den Tierheimen abgegeben. Sie durchkreuzen die Urlaubsplanung, woran bei der Anschaffung wenige Monate zuvor des oft jungen Tieres nicht gedacht wurde, weswegen sie zum Sommer weggegeben werden. Aus diesem Grunde sind Tiere aller Altersklassen in den Tierheimen zu finden, eben auch Jungtiere.

Irrtum 2: Tierheimtiere sind nicht gesund

Körperliche Gebrechen oder Krankheiten eines Tieres sind kein primärer Abgabegrund. Des Weiteren arbeiten Tierheime eng mit Tierärzten zusammen, und Tierheimen ist daran gelegen, dass die Tiere das Heim gesund und munter verlassen. Sie werden gründlich untersucht, der Impfstatus wird geprüft und ggf. aufgefrischt und sie werden gechippt und registriert. Katzen oder Kater werden, falls noch nicht geschehen, kastriert. Gerade vernachlässigte Tiere werden im Tierheim gut gepäppelt, bevor sie überhaupt in ein neues Zuhause umziehen dürfen. Sollte ein Tier dauerhaft Medikamente nehmen müssen, wird der potenziell neue Halter entsprechend gut informiert und vorbereitet.

Irrtum 3: Tierheimtiere sind meist verhaltensauffällig

Die meisten Tiere, die in Heimen abgegeben werden, sind gut sozialisiert und an den Menschen gewöhnt. Sicher gibt es Fälle, in denen Mensch und Tier nicht miteinander klar kamen und der Mensch mit dem Tier überfordert war. Jedes Tier, welches nicht artgerecht gehalten und behandelt wird, entwickelt mit der Zeit die eine oder andere Art von Verhaltensauffälligkeit. Allerdings ist zu beobachten, dass diese Auffälligkeiten nach der Trennung vom Halter und Umzug ins neue Zuhause rasch verschwinden. Besonders Hunde entwickeln sehr schnell wieder Vertrauen zu ihren neuen Menschen. Etwas anders verhält es sich hingegen mit Tieren, insbesondere Hunden und Katzen, aus Auffangstationen aus dem Ausland. Diese Tiere haben oft Schreckliches durchlitten und konnten kaum ein gutes Verhältnis zu Menschen oder Artgenossen aufbauen. Nichtsdestoweniger sind dies ebenso liebenswerte und treue Seelen, die aber stets in erfahrene Hände mit viel Erfahrung gehören.

Irrtum 4: Im Tierheim gibt es keine reinrassigen Tiere

Viele Menschen wünschen sich einen reinrassigen Hund oder eine reinrassige Katze. Rassetiere bestechen durch klare äußere Merkmale und Charaktereigenschaften. Aber auch die Rassehunde und -katzen fallen o.g. Abgabegründen zum Opfer, so dass sie nicht minder in Tierheimen zu finden sind. Im Internet kannst du gezielt nach Rassehunden und -katzen im Tierheim suchen. Übrigens sind rund zwei Drittel der in Deutschland lebenden Hunde Mischlingshunde.

Irrtum 5: Tierheimtiere gibt es umsonst

Zwar ist dieser Irrtum nicht sehr weit verbreitet, aber manche glauben, dass die Tiere umsonst abgegeben werden. Tierheime, die zumeist an den örtlichen Tierschutzverein angeschlossen sind, müssen sich selbst finanzieren. Viele sind auf Spenden angewiesen, und nicht selten müssen Heime aus Kostengründen geschlossen werden. Tatsächlich sind die Kosten für Unterbringung, Futter, Tierarzt usw. mit der zunehmenden Zahl an Heimtieren dramatisch angestiegen.

Bei der Adoption eines Tieres aus dem Tierheim zahlst du eine Schutzgebühr, mit der sichergestellt wird, dass die Tiere gut versorgt werden können. Finanzieller Gewinn wird hier nicht gemacht. Diese Schutzgebühr beträgt rund 250 Euro für einen Hunde und 100-150 Euro für eine Katze bzw. Kater. Für Kleintiere fallen rund 20-30 Euro an, was zwar teurer ist als im Zooladen, aber den Kauf von Kleintieren im Zooladen solltest du um jeden Preis vermeiden.

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