Der Havaneser-Hund wurde ursprünglich als Schoßhündchen gezüchtet, was seiner Intelligenz und Lernfreude in keiner Weise gerecht wird. Die kleinen, niedlichen, langhaarigen Hunde sind sehr talentiert und möchten mit ihrem Menschen gemeinsam etwas erleben.

Steckbrief

Ursprungsland: unbekannt 
Einordnung: Mini-Hunderasse 
Größe: 23 bis 27 Zentimeter 
Gewicht: 3,5 bis 8 Kilogramm 
Lebenserwartung: 13 bis 15 Jahre 
Fell: lang, weiß, falb, schwarz, braun 
Charakter: fröhlich, lebhaft, aufgeweckt, verspielt, kinderlieb, 
Verwendung früher: Mäuse- und Rattenfänger, Schoßhund 
Verwendung heute: Familienhund 
FCI-Standard: 250 
FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde 
FCI-Sektion 1: Bichons und verwandte Rassen (ohne Arbeitsprüfung)

Herkunft und Rassegeschichte

Havaneser, oder auch Bichon Havanais genannt, gehören zur Gruppe der Begleithunde (Bichons). Woher der Havaneser-Hund genau stammt ist unklar, allerdings gibt es schon Erwähnungen der Rasse aus der Antike. So schrieb Aristoteles schon über einen Hund von auffällig kleinem Wuchs. Auch zahlreiche Gemälde und Plastiken zeugen von der Anwesenheit der Hunde in der Frühzeit. In der Antike lebte der Havaneser-Hund am Mittelmeer. Dort war er vor allem bei reichen Damen beliebt, die den kleinen Hund als Schoßhündchen nutzten. Auch in Asien und Lateinamerika gab es kleine Schoßhunde, die aber nicht mit den Bichons verwandt sind. Dennoch zeigt ihre Existenz, dass die Menschen seit jeher kleine Hunderassen lieben.

Der Havaneser-Hund ist eng mit den Maltesern verwandt. Letztere haben aber im Gegenteil zu ersteren nur eine mögliche Fellfarbe, nämlich weiß. Außerdem sind Malteser in der Regel kleiner als ihre Artgenossen der Bichon Havanais.

Mit der Kolonialisierung kamen die kleinen Hunde auch nach Amerika. Vor allem in Kuba erfreuten sie sich großer Beliebtheit. Ihren Namen verdanken sie der kubanischen Hauptstadt Havanna.

Rassetypisches Erscheinungsbild und Charaktereigenschaften

Körperbau

Havaneser-Hunde sind klein mit kurzen Beinen und besitzen ein sehr langes Fell (12 bis 18 Zentimeter), wodurch man vom Körperbau nicht viel sieht. Die Rute wird hochgetragen und oftmals über dem Rücken aufgerollt.

Wesen und Charaktereigenschaften

Bichon Havanais sind seit tausenden von Jahren treue Begleiter des Menschen. Dadurch ist dieser kleine Hund sehr menschenbezogen und will seinen Besitzern immer Freude bereiten. Außerdem steckt auch viel Intelligenz in dem kleinen Vierbeiner, denn er ist sehr neugierig und lernbegierig und überrascht seine Menschen gerne mal mit neuen Dingen. Er ist zudem sehr geschickt und talentiert beim Erlernen von Kunststücken.

Obwohl der Havaneser-Hund lernwillig und aktiv ist, ist er nie nervös oder überaktiv. Sein freundliches Wesen ist eher verspielt, kann aber auch sehr viel Ruhe ausstrahlen.

Fellfarbe und Fellpflege

Das Fell der Havaneser-Hunde ist sehr lang (bis zu 18cm). Es ist leicht gewellt bis lockig und besitzt kaum Unterwolle. Eine Besonderheit bei dieser Hunderasse ist, dass sie keinen Fellwechsel durchlaufen, sondern das ganze Jahr über das gleiche Fell behalten. Das Fell der Bichon Havanais ist falb, braun oder havanafarben. 

Durch das lange Fell ist es unbedingt notwendig, dass du das Fell regelmäßig, am besten täglich kämmst. Wenn das Fell an den Augen stört, solltest du die störenden Haare in diesem Bereich vorsichtig kürzen.

Optimale Haltungsbedingungen

Durch seine geringe Größe ist der Havaneser der perfekte Hund für kleine (Stadt-)Wohnungen. Trotzdem braucht der Hund täglich Bewegung in der Natur. Die Haltung ist ansonsten wenig anspruchsvoll, denn Bichon Havanais benötigen zum Glücklichsein nur ihre Bezugspersonen und regelmäßige Beschäftigung. Einzig und allein das Fell ist ein wenig pflegebedürftig, wobei das Kämmen bei solch einem kleinen Hund nicht sehr lang dauert. 

Möglichkeiten einer sinnvollen Beschäftigung 

  • Dogdancing
  • Obedience
  • Apportieren
  • Intelligenzspielzeug
  • Erlernen kleiner Tricks
  • Such- und Fährtenspiele
  • Ballspielen

Erziehung

Die Hunderasse ist sehr leicht im Umgang und bei der Erziehung. Allerdings heißt das nicht, dass diese gänzlich weggelassen werden kann. Konsequenz und Einfühlungsvermögen sind hier gefragt, damit die kleinen Hunde einem nicht auf der Nase herumtanzen. Denn obwohl der Havaneser sehr menschenbezogen ist, wird er frech, wenn er zu wenig Führung bekommt. Weil er sehr intelligent ist, merkt der Bichon Havanais nämlich sofort, wann er die Kontrolle übernehmen kann und tut das dann auch gerne, um seine Interessen durchzusetzen.

Beginne deshalb von klein an, deinen Hund konsequent und gut zu erziehen. Denn obwohl der Hund klein ist, kann er dir später viele Probleme bereiten, wenn er nicht auf dich hört. Lasse dich deshalb nicht von den süßen Blicken und dem lieben Wesen um den Finger wickeln, und bringe deinem Hund von Anfang an guten Gehorsam bei.

Ernährung

Havaneser-Hunde sind sehr genügsam und fressen eigentlich alles, was ihnen vorgesetzt wird. Achte aber unbedingt darauf, dass du den kleinen Hund nicht überfütterst. Denn gerade die niedlichen Mini-Hunde werden oft verhätschelt, was ihnen und ihrer Gesundheit überhaupt nicht gut tut.

Rassetypische Krankheiten und Vorbeugung

Bichon Havanais sind in der Regel sehr gesund und werden nur selten krank. Ein Problembereich ist die Kniescheibe, die von einer vererbbaren Krankheit namens Patellaluxation betroffen sein kann. Schon beim Kauf solltest du deshalb darauf achten, dass die Eltern deines Hundes keine PL haben, denn dann ist das Risiko der Erkrankung deutlich geringer. Außerdem können Havaneser-Hunde Grauen Star (Katarakt) bekommen, der das Sehvermögen einschränkt und zur Blindheit führen kann.

Wenn du deinen Hund aber artgerecht hältst, ihm genügend Bewegung verschaffst und ihn gesund fütterst, können Havaneser-Hunde bis zu 15 Jahre alt werden. Halte dafür die regelmäßigen Kontrolltermine beim Tierarzt ein, denn dieser kann Probleme und Erkrankungen oft frühzeitig erkennen und ihnen entgegenwirken.

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