Als Hundehalter stellst du dir vielleicht die Frage, ob du deinen Hund auch einmal selber scheren könntest oder solltest, statt ihn bei einem Hundefriseur vorzustellen. Nun, ganz so einfach ist das Scheren leider nicht. Jeder Hund hat ein ganz individuelles Fell, und je nach Art des Felles ist es unterschiedlich zu behandeln. Es ist nicht damit getan, mit einer Schermaschine einfach kreuz und quer alles abzurasieren. Dies kann nicht nur hässlich aussehen, sondern dem Fell auch dauerhaft schaden. Es gibt also einige Dinge zu beachten, bevor du der neue Hundefriseur für deinen Liebling wirst.

Welches Fell soll geschoren werden und welches nicht?

Das Wichtigste gleich vorab: Nicht jedes Fell eignet sich zum Scheren!

Es kommt immer auf die Fellbeschaffenheit an, ob du deinen Hund scheren solltest oder nicht. Grundsätzlich gilt, dass nur Hunde OHNE Unterwolle geschoren werden sollten, also Hunde, die nur über Deckhaar verfügen. Hier einige Beispiele für Hunderassen, die ohne Bedenken geschoren werden können: Bichon Frisé, Bologneser, Coton des Tulèar, Lhasa Apso, Löwchen, Malteser, Pudel, Shi Tzu, Yorkshire Terrier.
NICHT geschoren werden sollten Hunde mit Unterwolle, wie z. B. Australian Shepherd, Berner Sennenhund, Collie, Dackel, Deutscher Schäferhund, Golden Retriever, Labrador, Siberian Husky.

Bitte beachte, dass dies nur einige Beispiele sind. Wenn du dir unsicher bist, ob sich das Fell deines Hundes zum Scheren eignet, erkundige dich bitte bei einem Hundesalon, bevor du das Fell deines Hundes selber bearbeitest.

Wann scheren – der richtige Zeitpunkt

Zum Sommer hin fragst du dich vielleicht, ob eine „Sommerschur“ deinem Hund gut täte, weil er mit kurzem Fell die Hitze besser verträgt. Bitte beachte hierbei, dass das Fell eines Hundes immer auch als Schutz gegen Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung) und andere Umwelteinflüsse dient. Bei weißen Tieren ist besondere Vorsicht geboten!

Vor- und Nachteile des Scherens

Dass ein kurz geschorenes Fell im Sommer praktisch ist und den Hund die Hitze besser ertragen lässt, ist natürlich ein Vorteil. Außerdem ist es so auch pflegeleichter als ein längeres Fell. Nach Regen, oder wenn dein Hund im Wasser schwimmen war, trocknet das Fell schneller. Zecken und Parasiten lassen sich in kurzem Fell schneller entdecken und besser entfernen.

Nachteile des Scherens können Haarausfall und nachhaltige Schäden des Fellkleides sein. Krankheiten wie die „Clipper-Alopezie“ verursachen kahle und wunde Stellen in der Haut, sodass kein Fell mehr nachwächst. Die Haarwurzeln können dauerhaft geschädigt werden. Der Hund ist zudem anfälliger für Sonnenbrand. Es kann auch vorkommen, dass nach einer Schur die Unterwolle wieder zu schnell nachwächst. Die Schutzfunktion des Felles gegen Witterung und Schmutz ist dann nicht mehr ausreichend gegeben.

Pflegetipps für langes Fell

Hunde mit langem Fell und dichter Unterwolle sollten entweder gar nicht oder nur in Ausnahmefällen geschoren werden. Langhaarige Hunde werden für eine optimale Fellpflege getrimmt, um abgestorbenes Deckhaar zu entfernen. Dies erfolgt i.d.R. alle 3-4 Monate mit einem geeigneten Trimmmesser, oder die Haare werden per Hand herausgezupft.

Selbst scheren oder beim Hundefriseur?

Grundsätzlich ist das Scheren oder Trimmen bei einem fachkundigen und professionellen Hundefriseur zu empfehlen. Wer noch nie einen Hund geschoren hat, braucht einiges an Übung, um den Hund so zu scheren, dass die Schur oder das Trimmen weder dem Fell schadet noch verschnitten aussieht. Wenn du also deinen Hund selber scheren möchtest, erkundige dich unbedingt vorab nach der genauen Fellbeschaffenheit und dem richtigen Werkzeug zum Scheren. Bitte ärgere dich nicht, wenn es nicht gleich perfekt aussieht, denn Übung macht ja bekanntlich den Meister!

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.