Als Tierhalter hast du es sicher schon erlebt: Du kommst müde von der Arbeit, womöglich noch bepackt mit ein paar Einkaufstüten. Dein Hund oder deine Katze wartet schon sehnsüchtig auf dich und auf das Auffüllen ihres Futternapfes. Nach draußen wollen sie auch, und geduldig erfüllst du die Bedürfnisse deiner Haustiere. Von Dankbarkeit deiner Tiere keine Spur! Oder doch? Können Haustiere dankbar sein?

Definition von Dankbarkeit

Zunächst gilt es zu bestimmen, was Dankbarkeit überhaupt ist. Wikipedia definiert es so: „Dankbarkeit ist ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird.“ Demnach ist Dankbarkeit etwas Grundsätzliches, im Prinzip ein Bewusstseinszustand, den jemand hat oder auch nicht. Dieser kann sich zum einem nur im Innern abspielen und sich zum anderen zusätzlich im Außen zeigen. Allerdings ist nicht ausgedrückte Dankbarkeit in Beziehung zu anderen wirkungslos, d.h. nur in ausgedrückter Form wie einem aufmerksamen „Danke schön“, einem Lächeln, einer Geste oder einem Blumenstrauß wirkt sich echte Dankbarkeit positiv auf zwischenmenschliche Beziehungen aus.

Bist du dankbar?

Frage dich in erster Linie selbst einmal, ob und in welchem Maße du dankbar bist. Gründe für Dankbarkeit gibt es genug: angefangen von der gesunden Familie, einem guten Job, ein Dach über dem Kopf und einem vollen Kühlschrank bis hin zu warmen Socken und einem Tier, was uns liebt. Wie empfindest du Dankbarkeit und drückst sie im Alltag aus? Gar nicht? Oder beschränkt sie sich auf ein gemurmeltes „Danke“, wenn dir jemand das Mittagessen serviert? Wenn wir uns über uns selbst so viele Gedanken zum Thema Dankbarkeit machen können, wie steht es dann mit unseren Tieren? Sind Tiere zu solch komplexen Gefühlen und Verhaltensweisen fähig?

Tierhalter über Dankbarkeit

Forschung und Wissenschaft scheinen sich nicht ganz einig zu sein, ob Tiere wirklich dankbar sind oder sie einfach dafür sorgen und es für völlig normal halten, dass ihre primären Bedürfnisse nach Nahrung und Zuwendung erfüllt werden. Da Haustiere jedoch für viele vollwertige Familienmitglieder sind, beschäftigt die Frage, ob Tiere dankbar sein können, doch den ein oder anderen Tierhalter. Eine interessante Frage, der wir einmal nachgegangen sind, indem wir Tierhalter im Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis dazu befragt haben. Hier einige Antworten:

„Wenn ich meine Katze rauslasse, wenn sie gerade gefressen hat, spüre ich manchmal ein ‚Danke‘ von ihr. Besonders dann, wenn ich vorausschauend an der Tür auf sie warte und sie mir nicht erst signalisieren muss, dass sie raus will.“

„Unser Hund Charly kommt aus dem Tierheim. Es gibt immer wieder Momente, in denen ich das Gefühl habe, dass Charly dankbar ist, dass er bei uns ist – nicht unbedingt dauernd im Alltag, aber in manchen schönen, innigen Momenten. Ich sehe das dann in seinem Blick und seinem Verhalten.“

„Ich habe kürzlich mit meinem Kater eine Tierkommunikation machen lassen, weil er plötzlich so übellaunig war, so kannte ich ihn gar nicht. Als die Tierkommunikatorin mit ihm „sprach“, hat er am Ende gesagt, dass er sehr dankbar sei für alles, was ich für ihn tue. Ich war sehr überrascht und auch sehr berührt. Von daher, ja, Tiere sind dankbar!“

„Als meine geliebte Collie-Hündin starb, war das furchtbar für mich. Als wir uns verabschiedeten, schaute sie mich mit einem Blick an, der reine Dankbarkeit war für all die schönen Jahre, die wir hatten. Ja, ich bin überzeugt, dass Tiere dankbar sein können.“

Schön, nicht wahr?

Fazit

Je inniger die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist, desto größer ist der Grad an Dankbarkeit – übrigens in beide Richtungen. Denn auch Tierfreunde sind dankbar dafür, dass das Tier ihr Leben bereichert. Und dies spürt jedes Tier. Tiere haben zwar nicht die Möglichkeit, ihrer Dankbarkeit so deutlich Ausdruck verleihen zu können wie wir, aber sie fühlen sie, und wenn wir genau hinhören, dann können wir es auch spüren.

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Über den Autor / die Autorin → Andrea Schubert
Ich liebe Tiere sehr und hatte Kaninchen, Meeris, Hunde, Katzen und ein Pferd. Vor einigen Jahren habe ich bereits Beiträge für ein Haustier-Printmagazin geschrieben.