Die Nieren sind ein Hauptentgiftungsorgan des Körpers. Durch verschiedene Ursachen kommt es vor, dass sie ihre lebenswichtige Funktion beim Hund nicht mehr vollständig erfüllen. Es kommt zur Niereninsuffizienz beim Hund. Doch was genau steckt dahinter, wie wird die Erkrankung behandelt und ist es möglich, ihr vorzubeugen?

Was ist eine Niereninsuffizienz?

Zu den wichtigen Aufgaben der Hunde-Nieren gehört

  • die Ausscheidung verschiedener Stoffwechselprodukte
  • der Erhalt des Gleichgewichts von Säuren und Basen sowie von Elektrolyten (Salzen)
  • die Blutdruck-Regulierung
  • die Produktion von Erythropoetin, ein Stoff, der für die roten Blutkörperchen sehr wichtig ist

Kommt es zur Niereninsuffizienz beim Hund, erfüllen die Nieren diese bedeutenden Aufgaben nicht mehr komplett.

Akute und chronische Niereninsuffizienz bei Hunden

Bei der akuten Form der Niereninsuffizienz kommt es ganz plötzlich zu einer verminderten Nierendurchblutung. Diese entsteht etwa durch einen Schock, starke Blutungen, Blasensteine oder eine Infektion (zum Beispiel mit Leptospiren). Die chronische Form entsteht langsam, aber schreitet immer weiter fort. Die Niere erfüllt ihre Aufgaben langfristig nicht mehr.

Welche Symptome treten auf?

Die ersten Symptome einer Niereninsuffizienz beim Hund sind Teilnahmslosigkeit, Schwäche und Müdigkeit. Bei einer Blutuntersuchung stellt dein Tierarzt auch fest, dass die Werte von Kreatinin und Harnstoff erhöht sind. Im fortgeschrittenem Stadium der Niereninsuffizienz beim Hund kommt es zudem häufig zu

  • vermehrter Wasseraufnahme
  • vermehrtem Urinieren
  • Appetitmangel
  • Gewichtsverlust
  • Entzündungen im Bereich der Maulhöhle
  • Durchfall oder Erbrechen

Im späten Verlauf der Erkrankung ist oft eine Anämie, also eine Blutarmut, feststellbar. Sie macht sich durch blasse Schleimhäute und starken Energiemangel bemerkbar.

Gibt es Risikofaktoren oder -gruppen?

Zu den Hauptauslösern einer Niereninsuffizienz beim Hund gehören

  • eine nicht artgerechte Fütterung
  • Vergiftungen, z.B. durch Pfanzen
  • Medikamente
  • ein steigendes Alter des Hundes

In Studien zum Thema zeigte sich, dass etwa 20% der über 5 Jahre alten Hunde eine eingeschränkte Nierenfunktion haben. Bei jüngeren Hunden spielt oft die Rasse eine Rolle. Eine erbliche Komponente scheint zu bestehen bei bestimmten Terrier-Arten, Cockerspaniel, Dobermann, Beagle, Golden Retriever, Chow-Chow, Berner Sennenhund, Bullterrier und Rottweiler.

Welche Behandlung erfolgt bei einer Niereninsuffizienz bei Hunden?

Wichtig ist, dass du die Ernährung deines Hunds umstellst, wenn er unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leidet. Dazu gehört eine salzarme Nierendiät mit wenigen, aber hochwertigen Proteinen. Die regelmäßige Aufnahme von frischem Trinkwasser ist wichtig, damit es durch die vermehrte Ausscheidung nicht zu einer Austrocknung kommt.

Viele Hunde nehmen durch die Niereninsuffizienz nicht ausreichend Vitamine auf, da die Reabsorption gestört ist. Sprich daher mit dem Tierarzt ab, ob eine zusätzliche Vitaminzufuhr, etwa von Vitamin C und B, bei deinem Vierbeiner sinnvoll ist.

Studien legen zudem nahe, dass mit ACE-Hemmern (blutdrucksenkende Medikamente) ein Schutz der beschädigten Nieren erreicht werden kann. Sprich auch dies individuell mit deinem Tierarzt ab.
Nicht zuletzt ist es wichtig, die eingeschränkte Nierenfunktion regelmäßig im Rahmen tierärztlicher Kontrollen beobachten zu lassen.

Prognose

Stellst du deinen kranken Hund regelmäßig beim Tierarzt vor, hat dieser die Möglichkeit, den Krankheitsverlauf engmaschig zu kontrollieren. Kommt es im Verlauf der Erkrankung etwa zu Entgleisungen der Nieren, wird der Tierarzt rechtzeitig mit einer geeigneten Therapiemaßnahme darauf reagieren. Mit der passenden Therapie werden viele nierenkranke Hunde dennoch sehr alt.

Ist es möglich, der Niereninsuffizienz vorzubeugen?

Der akuten Niereninsuffizienz beim Hund beugst du vor, indem du keine giftigen Pflanzen oder andere Stoffe in der Nähe deines Hundes hältst. Bei Medikamentengaben erkundige dich beim Tierarzt, ob eine gleichzeitige Unterstützung der Nieren und der Leber sinnvoll ist.

Bedeutend für die Vorbeugung ist auch die artgerechte Fütterung mit hochwertigem Fleisch (z.B. Barf) und der Verzicht auf unnötige Zusatzstoffe, welche die Nieren belasten.

Beteilige dich jetzt an unserer Themendiskussion: → Anmelden

Du bist noch kein Mitglied im Happy Pet Club? Informiere dich und tausche dich mit anderen zu allen Themen rund um unsere tierischen Lieblinge aus - kostenlos natürlich: → Registrieren

Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz Administrator
Als Redakteurin kümmere ich mich um das Magazin des HPC und schreibe Beiträge und Reportagen. 🙂