Die Norwegische Waldkatze gehört zu den Natur-Katzenrassen und größten Katzenarten überhaupt. Ihr typisches Erscheinungsbild lässt den Betrachter sofort an durch vernebelte Wälder streifende Wildkatzen denken. Dennoch sind Norwegische Waldkatzen alles andere als Einzelgänger. Sie sind sehr soziale und verschmuste Tiere, die sich wunderbar als Haus- und Familienkatze eignen.

Steckbrief

Ursprungsland: Norwegen 
Gewicht: Kater 5 – 8 kg, Katze 3.5 – 6 
Lebenserwartung: mindestens 12 bis 15 Jahre 
Fell: kommt in allen Farben vor, mit und ohne Fellzeichnung, in der Zucht ist die Point-Zeichnung jedoch nicht erwünscht 
Charakter: sozial, robust, verspielt, sehr anhänglich, interessiert, tolle Familienkatze

Herkunft und Rassegeschichte

Die Norwegische Waldkatze sieht tatsächlich aus wie die Europäische Wildkatze. Gentechnische Untersuchungen ergeben jedoch keine nähere Verwandtschaft der beiden Katzen-Typen. Dennoch zählen die skandinavischen Waldkatzen zu den so genannten Naturrassen, die als besonders robust, instinktsicher und langlebig gelten. Vermutlich entstanden sie aus einer Kreuzung importierter Angorakatzen mit herkömmlichen norwegischen und skandinavischen Hauskatzen. Gezüchtet wird die große Katzenart offiziell seit 1930, wobei Forscher vermuten, dass diese Katzenart viele weitere hundert Jahre alt ist. Die Norweger nennen sie “Norsk Skogkatt”, und sie gehört zu den Nationalsymbolen des Volkes. Weitere Bezeichnungen sind einfach nur “Norweger” oder “NFO”. In Deutschland kommt diese Katze seit den 1980er-Jahren vermehrt vor und hat aufgrund ihrer besonders liebevollen Art auch hier viele Liebhaber und passionierte Züchter gefunden.

Rassetypisches Erscheinungsbild und Charaktereigenschaften

Körperbau und Erscheinungsbild

Neben den Ragdoll und Maine Coone Katzen gehören die Norweger zu den größten Hauskatzen. Vor allem die Kater bringen es auf stattliche Größen und Gewichte. Längen von bis zu 130 Zentimetern, von der Schwanzspitze bis zur Nase gemessen, sind keine Seltenheit. Die Schulterhöhe der großen Typen liegt dann bei etwa 45 Zentimetern. Die beeindruckende Norwegische Waldkatze hat einen muskulösen, länglichen, stabilen und dennoch sehr harmonischen Körperbau. Das Gewicht variiert je nach Geschlecht und Typ zwischen 3,5 bis 8 Kilogramm, wobei Einzelexemplare es auch auf bis zu 10 Kilogramm bringen können.

Wesen und Charaktereigenschaften

Norwegische Waldkatzen sind sanfte Riesen und hervorragende Familienkatzen. In der Regel verstehen sie sich auch mit Kindern sehr gut, wenn diese den respektvollen Umgang mit einem Tier schon gelernt haben. Die gutmütige Art der Norwegischen Waldkatze verzeiht aber auch vieles. Sie gehört zu den verspielten, schmusebedürftigen und sehr anhänglichen Katzen. Nicht selten entsteht zu diesem besonderen Katzentyp ein sehr inniges Mensch-Tier-Verhältnis. Typisch für die nordischen Katzen ist die besondere Gesprächigkeit. Mit sanften Maunz- und Gurgeltönen scheinen sie alles zu kommentieren, was “ihr” Mensch gerade so tut. Das verspielte und aktive Verhalten behält die Norwegische Waldkatze bis ins hohe Alter bei.

Fellfarbe und Fellpflege

Die Norweger bringen ein dem rauen Klima der Ursprungsregion entsprechendes halblanges Fell, das außerdem bestens imprägniert ist, mit. Außerdem haben sie im Winter ein extra wärmendes Unterfell. Zum weiteren rassetypischen Erscheinungsbild gehören die Fellpuschel zwischen den Zehen, die ursprünglich dazu da waren, die Katze am Einsinken in den üppigen nordischen Schnee zu hindern. Die Felldichte nimmt während der warmen Jahreszeit deutlich ab, wobei der Schwanz ganzjährig buschig bleibt. Das halblange Fell zeigt sich in allen möglichen Farben und Fellzeichnungen. Die Farbzeichnungen sind bunt gemischt: Es gibt die klassisch getigerten Typen, ebenso wie getupfte, gestromte, einfarbige und mehrfarbige Typen. Auch dreifarbige Glücks-Katzen sind unter den Norwegern zu finden. 

Das Fell der nordischen Schmuseriesen neigt in der Regel wenig zum Verfilzen. Dieser Katzen-Typ zählt ja auch zum robusten Outdoor-Typ, und die Fellpflege kann getrost der Katze selbst überlassen werden. Nur zum Fellwechsel im Frühjahr könnte die Norwegische Waldkatze durch gelegentliches Bürsten und Kämmen dabei unterstützt werden, sich von losen Haaren zu befreien.

Haltung und Erziehung

Obwohl diese Katzen sehr menschenbezogen sind, sollten sie wenn möglich nicht alleine gehalten werden. Sie sind sehr soziale Tiere und freuen sich über Gesellschaft ihrer Art. Die Norwegische Waldkatze ist sehr aktiv, und ihr ausgeprägter Spieltrieb kann einen Menschen auch schnell überfordern, wenn er die einzige Gesellschaft für die Katze ist. Viel besser ist es, wenn eine andere Katze zum Spielen und Unterhalten da ist. Dabei muss es nicht zwingend ein weiterer Norweger sein. Auch andere Katzen werden als Kumpel problemlos akzeptiert. Aufgrund der Liebe zur Aktivität und zum Spiel sollten diese Tiere Freigang haben. Sie lieben es, ihre Krallen an Bäumen zu wetzen und sind gerne auf ausgedehnten Streifzügen unterwegs. Sollte diese Katzenart dennoch als reine Wohnungskatze gehalten werden, dann bitte nur in ausreichend großen Wohnungen mit ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten, Artgenossen, einem Kratzbaum und eventuell der Möglichkeit, auf einem gut gesicherten Balkon etwas Frischluft zu genießen.

Ernährung und Gesundheit

Ernährung 

Besondere Anforderungen an die Ernährung stellt diese Rassekatze nicht. Allerdings sollte bei ihr, wie generell bei allen Katzen, auf hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil und allen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen geachtet werden.

Rassetypische Krankheiten 

Erwähnt sei hier hauptsächlich die Hypertrophe Kardiomyopathie, abgekürzt HCM, eine Erkrankung des Herzmuskels, die bei Katzen aller Art vermehrt auftritt. Die Norweger-Zucht geht jedoch entsprechend auf die Problematik ein und versucht, betroffene Katzen frühzeitig zu erkennen und von der Weiterzucht auszuschließen. Achte bei der Auswahl eines Züchters darauf, ob eine Früherkennung dieser Krankheit bei der Auswahl der Elterntiere Beachtung findet. 

Eine weitere Krankheit, die vermehrt auftreten kann, heißt GSD-IV oder Glykogen Speichererkrankung und ist eine erblich bedingte Stoffwechselerkrankung. Katzen mit dieser Krankheit sterben jedoch meistens bereits kurze Zeit nach der Geburt oder erreichen nur ein Lebensalter von wenigen Monaten. 

Da Norwegische Waldkatzen wirklich sehr soziale und agile Tiere sind, kann es bei ihnen vermehrt zu Verhaltensstörungen kommen, wenn sie keine Gesellschaft und zu wenig Bewegungsmöglichkeiten haben. 

Abschließend sei das Problem der reinen Weißzucht auch bei den Norwegern noch erwähnt. Bei dieser Besonderheit der Fellzeichnung ist bei nahezu allen Tierarten die begleitende Taubheit ein großes Problem. Die Weißzucht gilt daher inzwischen als sehr umstritten und sollte nicht durch den gezielten Kauf solcher Tiere unterstützt werden. Anders sieht es natürlich bei der Adoption eines Tieres aus dem Tierschutz und ähnlichem aus.

Hinweise zur Anschaffung

Ein Kitten sollte beim verantwortungsvollen Züchter gekauft werden. Norwegische Waldkatzen werden inzwischen überall auf der Welt gezüchtet und angeboten. Wenn es auch eine etwas ältere Katze oder ein „Secondhand“-Tier sein darf, dann wird es sicherlich auch das ein oder andere Tierheim geben, in dem ein “echter” Norweger auf ein liebevolles neues Zuhause wartet.

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