Die Ragdoll ist eine Plüschkatze mit Patent. Die durchweg blauäugigen Schönheiten sind eine Besonderheit unter den Rassekatzen, meldete ihre erste Züchterin doch ein Patent auf die Katzen und ihren ungewöhnlichen Namen an. Außerdem belegen Vertreter der Rasse immer wieder die Top-Plätze unter den größten Hauskatzen weltweit im Guinness-Buch der Rekorde.

Steckbrief

Ursprungsland: USA 
Gewicht: Katze: 4 – 6 kg; Kater: 5 – 9 kg 
Lebenserwartung: ca. 10 – 16 Jahre 
Fell: halblang in den Farben Blue-, Chocolate-, Lilac- und Seal-Point, Cream- und Flame-Point. 
Charakter: unkompliziert, angenehm, sozial, Familienkatze, intelligent und anhänglich

Herkunft und Rassegeschichte

Den Grundstock für diese recht junge Katzenrasse legte eine Amerikanerin namens Ann Baker, die in Kalifornien lebte. Alle Ragdolls gehen auf eine Stamm-Mutter namens “Josephine” zurück, die vermutlich eine angoraähnliche Katze war. Ann Baker bekam in den 1960er Jahren einen blauäugigen Kater aus einem Wurf Josephines und beschloss, eine Zucht zu begründen. Über die weiteren eingekreuzten Rassen ist wenig bekannt. Der Name “Ragdoll” geht auf die besondere Eigenschaft dieser Katzen zurück, sich auf dem Arm des Halters so schlaff hängen zu lassen wie eine Stoffpuppe. Wörtlich übersetzt heißt der Name “Lumpenpuppe”. Ihr “Erfindung” ließ sich Ann Baker auch prompt patentieren und erhob für alle Katzen ihrer Zuchtlinie eine Lizenzabgabe. Ab den 1980er Jahren feierte sie mit ihrer neuen Rasse in den USA große Erfolge und seit 1992 ist sie auch bei uns von der FIFé anerkannt. Neben Bakers etwas eigenwilliger Zucht gab es zwei weitere Linien, die der Familie Dayton “Cattery Blossom-Time” und Chambers “Cattery Ragnarok”, die ihre Katzen ohne Lizenzen züchten konnten. Die meisten heutigen Ragdoll gehen auf diese beiden Linien zurück.

Rassetypisches Erscheinungsbild und Charaktereigenschaften

Körperbau und Erscheinungsbild

Vertreter dieser Rasse gehören zu den größten Katzen weltweit. Sie wiegen bis zu sechs Kilo und die Kater bringen es vereinzelt sogar auf über neun Kilogramm. Von der Schwanzspitze bis zur Nase messen die Riesen 120 Zentimeter und haben eine Schulterhöhe von etwa 40 Zentimetern. Die Brust ist breit und gut ausgebildet. Sie stehen auf mittellangen Beinen, und trotz des massigen Baus sind die Ragdoll ausgesprochen elegante und grazile Tiere. Der Kopf ist leicht keilförmig mit gebogener Nase und weit auseinander stehenden sowie leicht nach vorne geneigten Ohren. Die großen rassetypisch blauen Augen haben einen besonders intensiven und leuchtenden Ausdruck.

Wesen und Charaktereigenschaften

Ragdoll sind sehr sanft, gutmütig und verspielt. Einem Menschen sollte mit dieser Katze nie langweilig werden, und häufig entwickelt sich eine sehr innige Beziehung. Oft ist sie zu Späßen oder gemeinsamer Beschäftigung aufgelegt. Dennoch ist ihr Gemüt ausgeglichen, und sie wissen auch ihre Rückzugszeiten zu schätzen und fordern diese ein. Das Wesen der Ragdoll ist anderen Katzen, Tierarten und Menschen gegenüber sehr freundlich und offen. Trotz der Menschenbezogenheit haben die Katzen gerne einen Artgenossen.

Fellfarbe und Fellpflege

Das Haarkleid der “Lumpen-Katze” ist alles andere als schäbig. In der Regel haben sie ein wunderschönes, leicht schimmerndes Haarkleid mit einer ausgeprägten Halskrause, die das Gesicht umrahmt und betont. Am restlichen Körper ist das Fell halblang und an den Beinen kurz. Der Schwanz ist lang und sehr buschig. Typisch ist die siamartige dunkle Maske sowie auch die dunkle Färbung der Beine. Die FIFé führt Seal-, Blue-, Chocolate- und Lilac-Point und neuerdings auch Red- sowie Flame-Point und Cream-Point als zugelassene Farbschläge. Als Zeichnungsvarianten kommen Colourpoint, Mitted und Bicolour vor.

Das Fell ist in der Regel sehr pflegeleicht und neigt höchstens unter den Beinen etwas zur Knötchenbildung. Die Ragdoll kann regelmäßig gebürstet werden, wird das meiste an Fellpflege jedoch alleine durchführen. Im Frühjahr empfiehlt sich etwas Unterstützung, um die abgestorbenen Fellbüschel zu entfernen.

Haltung und Erziehung

Ragdoll sind unkompliziert und ausgesprochene Menschen-Katzen, lieben die Nähe zu ihrem Halter und brauchen dessen Aufmerksamkeit. Ist die Bezugsperson nicht den ganzen Tag da, sollten sie unbedingt einen Artgenossen haben. Sie sind gerne aktiv. Insgesamt hält sich der Bewegungsdrang jedoch in Grenzen, so dass sie sich hervorragend als Wohnungskatze eignen. Wann und wo immer möglich freuen sich natürlich auch die sympathischen Riesen aus den USA über Freigang.

Ernährung und Gesundheit

Ernährung 

Ragdoll gelten als ziemlich verfressen, und du solltest Futtermenge sowie Gewicht gut kontrollieren. Wichtig ist es, dass die Katzen zu geregelten Zeiten und nicht aus Langeweile fressen. Haben sich Jungkatzen Übergewicht angefressen, darfst du sie nicht auf Diät setzen. Da sie erst mit vier Jahren ausgewachsen sind, kann das Übergewicht mit der Entwicklung von alleine verschwinden. Eine Diät aber kann diese natürliche Entwicklung nachhaltig negativ beeinflussen oder verzögern. Ansonsten gilt, wie bei allen anderen Katzen auch, eine ausgewogene Ernährung aus Nass- und Frischfutter, wobei auf einen hohen Fleisch- und niedrigen Getreideanteil im Futter geachtet werden sollte.

Rassetypische Krankheiten 

Es gibt keine rassetypischen Krankheiten. Über die Ragdoll kursierte lange das Gerücht, diese besondere Eigenschaft habe mit einem gestörten Schmerzempfinden der Tiere zu tun. Untersuchungen haben dies jedoch nicht bestätigt. Vielmehr ist es so, dass die Katzen sich sofort besonders hingabevoll in den Armen eines Menschen entspannen können. 

Genannt werden sollte jedoch noch die Herzkrankheit HCM (hypertrophe Kardiomyopathie), die bei allen Katzenarten leider häufiger vorkommt. Bei dieser Krankheit vergrößern sich der linke Herzmuskel und als Folge auch die linke Herzkammer, und sie verläuft immer tödlich. Verantwortungsvolle Züchter testen ihre Elterntiere und züchten mit einer Veranlagung zu HCM, die über einen Gentest festgestellt werden kann, nicht weiter. 

Insgesamt gilt die Ragdoll als sehr robust und langlebig.

Hinweise zur Anschaffung

Adressen, um sich ein Ragdoll-Kitten ins Haus zu holen, gibt es bei Zuchtverbänden oder im Internet zu genüge. Da diese Katzen unter Umständen sehr teuer sein können, ist es auch eine Überlegung wert, ein älteres Tier zu übernehmen. Manchmal geben Zuchten auch Kätzchen günstig ab, die nicht so ganz den Rassestandards entsprechen, was der Liebe jedoch keinen Abbruch tun sollte, wenn nicht weiter gezüchtet werden soll. Es kann sich auch lohnen, im Tierheim oder auf speziellen Seiten im Internet nachzusehen, die sich der Vermittlung heimatloser Rassetiere widmen.

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