Als Hundehalter ist es für dich eine tägliche Gewohnheit: raus mit dem Hund bei Wind und Wetter und in allen Lebenslagen. Zugegeben, an manchen Tagen wäre es viel bequemer und angenehmer, einfach im Warmen zu bleiben und es sich nach einem stressigen Arbeitstag auf dem Sofa gemütlich zu machen. Andererseits geht nichts über einen ausgiebigen, langen Spaziergang draußen in der Natur mit dem Hund.

Auch wenn das Gassi gehen zur täglichen Pflicht gehört, kannst du es im Falle eines hin und wieder kleinen Motivationstiefs wieder zu einem abwechslungsreichen Erlebnis für dich und deinen Hund machen. Sei es ein kurzer Gang raus zum Pipi machen oder eine lange Runde: Hier sind sieben Tipps für schöneres Gassi gehen, sowohl für den routinierten Hundehalter als auch für Neulinge.

1. Deine Ausrüstung

Da du bei jedem Wetter Gassi gehst, brauchst du passendes Schuhwerk und entsprechende Kleidung. Bequeme, wasserdichte und robuste Schuhe sind ideal zum Gassi gehen, auch bei wärmeren Temperaturen, und ein absolutes Muss. Für eventuelle Notsituationen bist du in festen und bequemen Schuhen besser gewappnet als in Schlappen oder Flipflops. Deine Kleidung sollte atmungsaktiv, wasserabweisend und pflegeleicht sein. Wähle für die dunkle Jahreszeit hellere Farben und Jacken mit Reflektoren, damit du für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar bist.

2. Die Ausrüstung deines Hundes

Dein Hund braucht eine für ihn passende Leine oder Brustgeschirr beim Gassi gehen. Für temperamentvollere Hunde sind Brustgeschirre besser geeignet, da sie den Druck beim Ziehen besser verteilen als Halsbänder. Nimm eine Leine, die einerseits dem Hund genug Bewegungsfreiheit und andererseits dir eine gute Kontrolle des Hundes ermöglicht. Gerade in der Stadt ist dies besonders wichtig. Wenn dein Hund schon gut die Grundkommandos beherrscht, kannst du auf Feld und Wiese auch eine Schleppleine verwenden. Mache deinen Hund im Dunkeln sichtbar mithilfe von Reflektoren oder einem Leuchthalsband. Wenn du mit deinem Hund das Haus verlässt, achte darauf, dass er immer eine Marke an seinem Halsband trägt, auch wenn er gechippt ist. Falls er verloren geht, kann anhand der Angaben auf der Marke leichter zugeordnet werden. Mit Halsband lässt er sich zudem leichter festhalten, falls er bei Verlust von jemandem gefunden wird.

3. Sicherheit und Regeln

Hunde lieben es, frei und ohne Leine zu laufen. Auch wenn dein Hund gut gehorcht, beachte die jeweils gültigen Bestimmungen. In manchen Parks oder während der Brut- und Setzzeit dürfen Hunde nur an der Leine geführt werden, worauf entsprechende Schilder hinweisen. Es gibt in Deutschland kein einheitliches Gesetz, welches die Anleinpflicht regelt, sondern jedes Bundesland und auch jede Stadt kann dies individuell entscheiden. Auf öffentlichen Plätzen gilt, generell Rücksicht auf Passanten, Jogger oder Radfahrer zu nehmen, so dass es empfehlenswert ist, den Hund dort beim Gassi gehen anzuleinen. Manche Menschen haben zudem Angst vor freilaufenden Hunden, und du kannst Ärger vermeiden, wenn du deinen Hund auf öffentlichen oder dicht bevölkerten Plätzen anleinst. Bedenke, dass auch für deinen Hund manche Orte ungewohnt sind und es ihm Sicherheit verleihen kann, wenn er angeleint an deiner Seite geht.

4. Abwechslung beim Gassi gehen

Jeden Tag die gleiche Runde gehen? Das kann langweilig werden, muss aber nicht. Baue kleine Abwechslungen mit und ohne Leine in deinen täglichen Rundgang ein und gib deinem Hund kleine Aufgaben, damit das Gassi gehen beiden Spaß macht. Baue sportliche Aktivitäten wie Ballspiele in den Spaziergang ein und nutze die Umgebung als Agility-Parcours. Lasse deinen Hund auf Baumstämmen balancieren, Slalom um Bäume laufen oder übe „Sitz, Platz und Bleib“ für seine Konzentration. Lasse ihn spielerisch Neues lernen. Mithilfe einer Schleppleine kannst du an geeigneten Orten weitere Kommandos und Fähigkeiten trainieren. Nimm dir ausreichend Zeit für euren Spaziergang: Anstatt deinen Hund ungeduldig an der Leine weiterzuziehen, gib ihm ausreichend Gelegenheit, interessante Fährten zu erschnüffeln und lasse ihn in Ruhe sein Geschäft erledigen. Und statt dauernd auf dein Handy zu schauen, sei mit deiner Aufmerksamkeit bei deinem Hund und der Umgebung, so dass du und dein Hund beim Gassi gehen wirklich entspannen könnt.

5. Ab auf die Hundewiese

Die meisten Hundehalter wohnen in Gegenden, in denen der Hund zunächst angeleint werden soll oder muss. Ein Hund sollte daher entspannt und ohne Ziehen an der Leine gehen. Aber er soll auch lernen bzw. erfahren, dass es außerdem eine Zeit ohne Leine gibt. Daher suche möglichst täglich eine Hundewiese oder Hundeauslauffläche auf, wo dein Hund ausgiebig ohne Leine toben kann. Idealerweise triffst du dort andere Hundehalter, so dass die Tiere zusammen spielen können. Wenn du schöne Hundewiesen kennst, poste sie bei uns im Netzwerk in deiner Lokalgruppe. So kannst du außerdem andere nette Hundehalter kennen lernen, und ihr könnt gemeinsam euren Lieblingen beim Spielen zusehen.

6. Länge des Spaziergangs

Länge und Häufigkeit deiner Spaziergänge hängen von verschiedenen Faktoren ab, so dass es hier keine allgemein gültige Antwort gibt. Unter anderem bestimmen Alter, Gesundheitszustand, Bewegungsdrang und die Hunderasse die Länge des Gassi gehens. Auch hängt es davon ab, ob der Hund tagsüber in den Garten kann oder in einer kleinen Wohnung ausharren muss. Hunde gehen gerne raus und wollen sich bewegen, was wichtig ist für ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden. Gib ihm also so viel Gelegenheit wie möglich, an der frischen Luft zu laufen. Drei- bis viermal pro Tag ist ein Richtwert für die Häufigkeit des täglichen Gassi gehens.

7. Sport beim Gassi gehen

Sportliche Leute lassen ihre Hunde gern an ihren Outdoor-Aktivitäten teilhaben, und ihre Hunde sind aktiv beim Joggen und Radfahren mit dabei. Dagegen ist nichts einzuwenden, sofern sie körperlich in guter Verfassung sind und beim Training mithalten können. Bedenke aber auch, dass der Hund Zeit für seine Bedürfnisse haben muss, wie Schnüffeln und die Erledigung seines Geschäfts. Der Sport darf diese Zeit nicht ersetzen, denn auch der Hund braucht Raum und Zeit für einen entspannten Spaziergang.
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Der Begriff Gassi gehen wurde übrigens vor rund 200 Jahren etabliert: Die damals in den Städten lebenden Menschen gingen mit ihren Hunden in kleine und ruhigere Straßen, in Gassen. So entwickelte sich das Spazierengehen mit dem Hund begrifflich zum Gassi gehen.

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