Der geheimnisvolle Blick der strahlend leuchtend blauen Augen der Siamkatze und ihre einzigartige kontrastierende Fellzeichnung bezaubern jeden. Sie ist aber nicht einfach nur wunderschön von außen; auch das Wesen dieser einzigartigen Rassekatze überzeugt. Ihr besonderer Charme, der eigene Wille und äußerst viel Durchsetzungskraft lassen es mit ihr nie langweilig werden, und sie folgen ihren Zweibeinern am liebsten überall hin.

Steckbrief

Ursprungsland: Thailand, ehemaliges Siam 
Gewicht: Katzen 3 – 4 kg, Kater bis zu 5 kg 
Lebenserwartung: mit 18 bis 20 Jahren die höchste Lebenserwartung unter Rassekatzen 
Fell: eng anliegend, dünnes Deckhaar mit wenig Unterwolle; Pointierungen an Pfoten, Schwanz, Ohren und Gesicht. Körper hell. Seal-, Chocolate-, Blue und Lilac-Point-Varianten 
Charakter: intelligent, menschenbezogen, kommunikativ, sozialverträglich und verschmust

Herkunft und Rassegeschichte

Die Siamkatze war schon im 14. Jahrhundert als heilige Tempelkatze und am siamesischen Hof bekannt. Man schrieb den geheimnisvollen Schönheiten spirituelle Kräfte zu. Die Haltung war entsprechend exklusiven Gesellschaftskreisen vorbehalten. Als der Siamesische König dem britischen Generalkonsul ein Geschenk in Form eines Zuchtpärchens namens Mia und Pho machte, gelangten die Katzen um 1884 nach England. Bereits acht Jahre danach gab es erste Rassestandards für die außergewöhnliche Katze. In Deutschland begann die Zucht 1927. Rasch wurde die Siam neben der Perserkatze zu einer der beliebtesten Edelkatzen in Europa. Die Siamkatze bewährte sich als schmusiges Familienmitglied in herrschaftlichen Wohnungen der Reichen und Adligen. Die Zucht veränderte aber in den letzten Jahren das Aussehen der Katzen. Sie wurden graziler, schlanker und hochbeiniger gezüchtet. Dabei wendete man Inzucht an, um schnell zu gewünschten Ergebnissen zu kommen. Höhepunkt dieser Züchtung ist der so genannte „Neue Typ“. Dieser ist extrem schlank und hat eine dreieckige, spitz zulaufende Schädelform. Die offizielle Zucht in Deutschland begann 1927. Nach wie vor ist die Siamkatze auch heute eine der beliebtesten Rassekatzen – und das aus gutem Grund.

Rassetypisches Erscheinungsbild und Charaktereigenschaften

Körperbau und Erscheinungsbild

Die Siam ist eine mittelgroße Katze, hochbeinig und elegant. Die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine. Ihr Schwanz ist schmal und lang. Beim modernen Typ ist der Kopf keilförmig, wobei hingegen beim traditionellen Typ der Kopf deutlich rundlicher ist. Ihre Augen sind strahlend blau, leicht schräg stehend und mandelförmig. Die Nase ist lang und darf beim modernen Typ keinen Stopp zeigen. Die großen Ohren sitzen hoch am Kopf.

Wesen und Charaktereigenschaften

Die Siamkatze ist ein liebevolles Energiebündel, das Leben in das Haus der Besitzer bringt. Wer plant, eine Siamkatze anzuschaffen, sollte vor allem wissen, dass mit der Siam eine kleine „Quasselstrippe“ Zuhause einzieht. Diese besondere Rassekatze ist lebensfroh, schnurrt und plappert vor sich hin. Sie teilt ihren zweibeinigen Familienmitgliedern stets unmissverständlich jede ihrer Stimmungen mit. Die Siamkatze ist zudem äußerst intelligent und könnte durchaus als „Hund im Katzenfell“ bezeichnet werden. Kommandos und neue Gewohnheiten erlernt sie schnell. Selbst Türen öffnen kann zum täglichen Spiel werden. Die außergewöhnliche Katze legt Spielzeuge, wenn es sein muss, auch vor die Füße ihrer Besitzer – denn sie liebt es, mit den Zweibeinern zu spielen. Darüber hinaus besticht sie mit einer unglaublichen Eleganz und Grazie.

Die Siamkatze hat ein sanftes, freundliches Wesen und ist sehr menschenbezogen. Dabei ist sie äußerst verspielt und gesellig. Sie steht vor allem gerne im Mittelpunkt und hat die volle Aufmerksamkeit ihrer Zweibeiner. Auch darum ist es für sie vorteilhaft, einen Katzenpartner zu haben. Mit Hunden und Kindern kommt sie in der Regel sehr gut aus. Sie ist liebevoll im Umgang und sucht stets die Nähe ihrer Besitzer. Dadurch gilt sie auch als ideale Familienkatze.

In Gesellschaft fühlt sie sich richtig wohl. Was die Siamkatze haben will, fordert sie selbstbewusst ein. Man sagt der Siam eine große Portion Eigensinn nach. Zudem ist sie sehr sensibel, einfühlsam und äußerst anhänglich. Durch den engen Menschenbezug wird die Siamkatze auch erfolgreich in der Therapie mit behinderten Kindern und Demenzpatienten eingesetzt.

Fellfarbe und Fellpflege

Das Fell ist kurz, weich und mit nur wenig Unterwolle ausgestattet. Die Fellfärbung ist in der Grundfarbe hell. Die Siam hat typische dunkle Abzeichen an Kopf, Ohren, Beinen und Schwanz. Die verschiedenen Farben sind Seal-, Blue-, Chocolate- und Lilac-Point. Siamkatzen brauchen keine spezielle Fellpflege. Ein gelegentliches leichtes Bürsten ist vollkommen ausreichend.

Haltung und Erziehung

Die Siamkatze ist die ideale Wohnungskatze. Sie ist genügsam und anspruchslos bezüglich der Haltungsbedingungen. Dennoch braucht sie den engen Bezug zu ihren zweibeinigen Familienmitgliedern. Das gemeinsame Leben und die Kommunikation mit ihren Menschen und tierischen Freunden liebt sie sehr. Dabei muss sie kein Freigänger sein, damit sie sich pudelwohl fühlt. Die Rassekatze mag es aber nicht, lange alleine zu sein. Deshalb hat sie gerne einen passenden Katzenfreund an ihrer Seite. Sollte sie alleine gehalten werden, müssen entsprechend Klettermöglichkeiten sowie Kratzbäume zur Verfügung stehen. Die Katzen sind sehr umgänglich und vertragen sich ohne Probleme mit anderen Tieren im Haus.

Ernährung und Gesundheit

Ernährung 

Die Siamkatze ist ein Feinschmecker. Bei der täglichen Fütterung ist besonders darauf zu achten, dass die Katze alle wichtigen Nährstoffe aufnimmt, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommen kann. Die gesunde und artgerechte Ernährung sieht als wichtigsten Nährstoff hochwertiges Protein vor. Fehlen dürfen dabei aber auch Kohlehydrate, Fett, Vitamine und Mineralstoffe nicht. Als Folge von Mangelerscheinungen treten vor allem Wachstumsstörungen und unzureichende Immunabwehr auf.

Rassetypische Krankheiten 

Durch starke Inzucht kommen vorwiegend Immunschwächen und eine verkürzte Lebenserwartung häufig vor. Es gibt aber auch einige von Züchtern verbreitete Erbkrankheiten. Bekannt sind Augenkrankheiten wie Schielen, Knickschwänze, Herzkrankheiten und Anämie. Diese Krankheiten müssen deshalb aber nicht gleich bei allen Siamkatzen auftreten.

Hinweise zur Anschaffung

Es ist wichtig, eine Siamkatze nur von seriösen Züchtern zu erstehen. Denn Gendefekte wie Schielen und Knickschwanz kommen durchaus vor. Siam-Interessierte können zunächst auch in nahegelegenen Tierheimen suchen. Beim seriösen Züchter wachsen die Kitten und ihre Elterntiere in sauberen Verhältnissen und mit enger sozialer Bindung an ihre zweibeinige Familie auf. Idealerweise ist ein Stammbaum vorhanden, zumindest von den Elterntieren. Dort sollte keiner der Ahnen doppelt vorkommen, um eine Inzucht ausschließen zu können. Die Elternteile sind idealerweise negativ auf bekannte Erbkrankheiten getestet worden. Die meisten guten Züchter geben dies aber bereits bei der Annonce an.

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