Es gibt viele Möglichkeiten, seiner Tierliebe Ausdruck zu verleihen. Eine ganz besondere Ausdrucksform – im wahrsten Sinne des Wortes – ist die Tierfotografie. Geduld und die Fähigkeit, das Wesen des Tieres zu erfassen und im Bild einzufangen gehören zu den wesentlichen Eigenschaften eines Tierfotografen. Tim Voller verbindet seine Leidenschaft fürs Fotografieren mit seiner Liebe zu den Tieren und erschafft so wunderschöne professionelle Tierfotos für seine Kunden. Tim hat dem Happy Pet Club im Interview einen Einblick in seine spannende und kreative Arbeit gewährt.

Tierfotografie: Bleibende Erinnerungen 4Wie und wann bist du zur Tierfotografie gekommen?

Ich fotografiere nun schon etliche Jahre. Da mich stets verschiedene Tiere begleitet haben (und immer noch begleiten), waren Motivation und Motivauswahl recht schnell gefunden. Es ist einfach schön, das Wesen und den Charakter der Tiere zu erleben und in Bildern festhalten zu können. Tiere bedeuten für mich Glück und Freude, sie sind ein höchst emotionaler Bestandteil unseres Lebens. Dies in Erinnerung zu halten, unsere Gefühle und gemeinsame Momente zu verewigen, das möchte ich mit meinen Bildern erreichen. Somit habe ich vor einiger Zeit beschlossen, die Tierfotografie zu meinem Beruf zu machen und hoffe, anderen damit eine Freude zu machen.

Wie lange dauert es, bis das perfekte Bild im Kasten ist?

Das ist von Tier zu Tier und Tag zu Tag ganz verschieden. Da gibt es die „Poser“ unter den Tieren, die genau wissen, wer sie sind und was sie zu tun haben, um uns zu gefallen. Schon nach wenigen Minuten haben sie eine Reihe an Bildern entstehen lassen, zu denen andere Tiere erst ein wenig überredet werden müssen. Manch ein Leckerli, das Lieblingsspielzeug, die Gesellschaft anderer Tiere oder auch einfach nur die nötige Zeit der Eingewöhnung beeinflussen diese “Überredung” positiv. Ganz wichtig ist, den Tieren keinen Stress zu verursachen und Druck zu erzeugen. Insofern bestimmt eigentlich stets das Tier die Dauer des Shootings. In der Regel dauert ein Fotoshooting mit Tieren in etwa 60 Minuten. Auch die Tagesform unserer Liebsten und äußere Einflüsse spielen hier natürlich eine Rolle. Daher sollte man lieber etwas mehr Zeit einplanen.

Tierfotografie: Bleibende Erinnerungen 2Was ist die wichtigste Eigenschaft eines Tierfotografen?

Vermutlich sollte man nun von Geduld sprechen, die auch selbstverständlich eine wichtige Rolle spielt. Doch die meines Erachtens wichtigste Eigenschaft ist die Verbundenheit und Liebe zu Tieren, gepaart mit dem „Auge“ für bestimmte Situationen und Stimmungen. Und ein gewisses Talent schadet natürlich auch nicht 😉

In welcher Umgebung fotografierst du die Tiere?

In nahezu jeder gewünschten Umgebung im Raum Norddeutschland. Ob nun im Herrschaftsgebiet der Katze in den eigenen 4 Wänden, im Revier des Hundes oder im (Aus-)Reitgelände des Pferdes. Wie schon erwähnt soll das Fotoshooting für die Tiere möglichst stressfrei verlaufen und keinerlei Gefahr oder Unbehagen hervorrufen. Daher bietet sich in den meisten Fällen die gewohnte Umgebung an. Aber selbstverständlich können wir auch einen anderen Ort aufsuchen oder uns eine gemeinsame Tour vornehmen. Ich richte mich dabei ganz nach den Vorstellungen und Wünschen aller Beteiligten und komme mit meinem mobilen Studio gerne zur gewünschten Location. Für Portraitfotos vor z.B. schwarzem Hintergrund ist idealerweise ein geschlossener, zumindest windgeschützter Raum vorhanden und Freilaufbilder sollten nur in einem dafür geeigneten, ggf. eingezäunten Areal aufgenommen werden.

Tierfotografie: Bleibende Erinnerungen 3Ist es eher eine Arbeit mit den Tieren oder auch mit den dazu gehörigen Menschen?

Ein Fotoshooting ist immer ein gemeinsames Erlebnis und somit zumeist tatsächlich eine Mischung aus beidem. Vieles bieten die Tiere von ganz alleine an, und es lässt sich sozusagen zwischen Fellnase und Fotografennase selbst realisieren. Der Mensch kann hier aber gut aktiv und verbal unterstützen, um bestimmte Vorstellungen von einem Bild zu realisieren und dem Tier die nötige Ruhe und vor allem Lob und Bestätigung zu vermitteln. Vom Leckerli-Ziel-Werfen oder Möhre-Reichen über Bälle schleudern und der Verabreichung von Streicheleinheiten gibt es genug zu tun.

Das Vorgehen, sowie die jeweiligen Vorstellungen und Aktionen werden dabei natürlich im Vorwege besprochen und es erfolgt nichts ohne vorheriges Einverständnis.

Was liebst du besonders an der Tierfotografie?

Die Tiere 🙂

Welche Tierart ist eher schwer, welche leicht zu fotografieren?

Das lässt sich kaum an der Tierart festmachen. Innerhalb der Hundefotografie profitiere ich natürlich von der Abrufbarkeit des Tieres und seines Verhaltens, sowie der immensen Menschenaffinität und des zumeist unbändigen „Gefallen-Wollens“. Katzenfotos hingegen entstehen oft alleine schon durch die unnachahmliche Art und Weise und Unbekümmertheit der Katzen – frei nach dem Motto: „Das ist meine Welt, aber du darfst mich begleiten“ 🙂 Tierfotografie: Bleibende Erinnerungen 1Und als Pferdefotograf machen mir es alleine schon Anmut, Eleganz und Schönheit der Pferde leicht, schöne Bilder zu erhalten. Wenngleich es hier noch etwas herausfordernder ist, die gewünschte Fußfolge bzw. Beinstellung abzubilden.

Was soll das perfekte Bild aussagen?

Meines Erachtens ist das perfekte Bild und/oder dessen Aussage sehr subjektiv geprägt. Das vermeintlich perfekt aufgenommene Portrait ist natürlich faszinierend und stellt die ganze Schönheit des Tieres dar. Doch oftmals sind es gerade die Bilder, die in einem Augenblick zwischen den Sequenzen entstehen, die uns fesseln und unser Tier so erscheinen lassen, wie wir es kennen und empfinden. Eine kleine Momentaufnahme, die uns berührt.

Hast du eigene Tiere? Modeln sie auch gern?

Ich habe das Glück, drei Katzen, drei Pferde und einen Hund begleiten zu dürfen – durchaus auch fotografisch, und ich erfreue mich täglich an ihren Bildern. Vielleicht ganz besonders über die meiner 7-jährigen Tinker-Stute Lilly, die es wie niemand anderes vermag, sich der Kamera durch regelmäßige, ausgiebige und wonnige Verschmutzung ihres weißen Fells vermeintlich zu entziehen 😉 Doch auch da sind wir dann wieder bei der Aussage eines Bildes: Ich mag mein kleines, verschmutztes Pony. So ist sie halt und das ist gut so.

Tierfotografie: Bleibende Erinnerungen 5Haben deine Kunden bestimmte Wünsche, wie das Tier fotografiert werden soll?

Von der Fototour durch St.Pauli, klassischen Portraits, Bildern in Aktion und von besonderen Momenten und Ereignissen ist alles mit dabei. Solange es allen Beteiligten, vor allem den Tieren, dabei gut geht und wir niemandes Recht und Terrain verletzen, gibt es auch nahezu keinerlei Einschränkungen.

Bietest du Fotoshootings auch als Geschenk an?

Gerne kann ein Fotoshooting auch als Weihnachtsgeschenk oder Geburtstagsgeschenk überreicht werden. Es stehen verschiedene Gutscheine für ein Fotoshooting zur Auswahl. Die Auswahl des Termins und der gewünschten Location findet dann einfach individuell nach Absprache statt.

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Über den Autor / die Autorin → Eckart Schulz Administrator
Ich liebe Tiere und freue mich sehr, am Entstehen und Wachsen des Happy Pet Club in verschiedener Weise aktiv beteiligt zu sein. Es erscheint mir so wichtig, uns immer wieder daran zu erinnern, wie sehr wir ein Teil dieser Welt sind, die wir deshalb hegen und pflegen müssen. Nur wenn diese Welt lebendig ist, sind wir es auch.