Einem Haustier ein neues Zuhause zu schenken ist etwas sehr Besonderes. Noch beglückender ist es, wenn das neue Familienmitglied aus einem Tierheim kommt und du ihm die Chance auf ein schönes, neues Leben gibst. In Deutschland gibt es rund 740 Tierschutzvereine mit rund 550 Tierheimen. Jedes Jahr werden allein rund 120.000 Hunde aller Rassen, Größen und Altersklassen in Tierheimen abgegeben. Viele von ihnen bleiben dort ihr ganzes Leben lang, weil niemand sie haben möchte.

Warum sind die Tierheime überfüllt?

Die meisten Tiere landen unverschuldet im Heim. Gründe hierfür sind oft Überforderung, Krankheit oder Tod des Halters. Aber auch nach Umzug, Trennung oder beruflicher Veränderung werden Tiere oft abgegeben.

In allen Fällen ist der Halter entweder nicht mehr in der Lage oder nicht mehr willens, sich um das Tier zu kümmern. Der langjährige vierbeinige Freund verliert somit sein Zuhause, seine Familie und seine gewohnte Umgebung.

Ferner gibt es eine Überpopulation an Haustieren: Es gibt mehr Hunde, Katzen, Kleintiere und Vögel als tatsächlich Bedarf vorhanden ist. Gründe hierfür sind z.B. unkontrollierte Vermehrung durch nicht kastrierte Tiere sowie unzählige Nachzüchtungen von Tieren. Ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Faktor sind Tierrettungen aus dem Ausland: In vielen europäischen Nachbarländern setzen sich Tierschutzorganisationen für die Befreiung von Hunden und Katzen aus Tötungsstationen ein mit dem Ziel, sie hierzulande in liebevolle Hände zu vermitteln. Es ist nichts Falsches daran, den armen Tieren dort Gefangenschaft und einen frühzeitigen Tod zu ersparen. Andererseits sitzen bereits tausende Tiere von hier in Tierheimen hinter Gittern und warten auf ein neues Zuhause.

Darum solltest du dein Tier aus dem Tierheim holen

Die Adoption eines Haustieres aus dem Tierheim ist in jederlei Hinsicht ein Gewinn und birgt nur Vorteile für alle Beteiligten.

Vorteile für das Tier

Auch wenn die Tiere im Heim gut gepflegt und versorgt werden, können die dortigen Umstände ihren Bedürfnissen nicht gerecht werden. Letztendlich sind sie die meiste Zeit des Tages eingesperrt, und auf individuelle Bedürfnisse können die Tierheimmitarbeiter kaum eingehen. Hunde, Katzen und auch Kleintiere brauchen Zeit, Zuwendung, Bewegung, Streicheleinheiten und emotionale Bindung. Sie sehnen sich danach, wieder zu einer Familie, einem Paar oder einem Single zu gehören. Sie möchten ihren Platz im Leben eines Menschen haben, etwas lernen, spielen und sich entspannen können.

Vorteile für dich

Für dich als Tierhalter liegen in der Adoption eines Tieres aus dem Tierheim besonders viele Schätze verborgen. Dank des Internets hast du zahlreiche Möglichkeiten, dich über zur Vermittlung stehende Tiere zu informieren. Erkundige dich in den Tierheimen in deinem Umkreis, schaue auf deren Webseiten oder gute Online-Portale, welche Tiere zu vermitteln sind und vereinbare einen ersten Termin. Womöglich musst du ein bisschen fahren, um deinen neuen Freund in Empfang zu nehmen, aber es lohnt sich.

Die Mitarbeiter der Tierheime wissen gut über ihre Schützlinge Bescheid, so dass sie beurteilen können, ob das Tier mit all seinen Eigenschaften gut zu dir passt.

Während du im Tierheim eine vergleichsweise geringe Schutzgebühr für das Tier zahlst, musst du einen rund drei- bis vierfachen Betrag kalkulieren, wenn du einen Hund oder eine Katze beim Züchter erwirbst. Hunde- oder Katzenzucht erfordert viel Zeit und Mühe, und wenn das Ziel des Züchters auch der finanzielle Gewinn ist, müssen die Kosten niedrig und die Einnahmen hoch wie bei jedem anderen Unternehmen sein. Wenn du also einen Rassehund oder eine Rassekatze suchst, kannst du auch im Tierheim fündig werden, denn auch sie warten dort auf neue Herrchen oder Dosenöffner fürs Leben.

Die meisten Tiere in den Heimen sind kerngesund und putzmunter. Sie sind geimpft, gechipt, entwurmt, tierärztlich untersucht und medizinisch rundum versorgt, so dass diese Kosten für dich entfallen. Du bekommst Auskünfte über eventuelle (Vor-)Erkrankungen oder erforderliche Medikamente und Tipps für ihre optimale Pflege und Haltung.

Ferner kannst du dir Zeit nehmen, dein Wunschtier in Ruhe kennenzulernen. Ist es ein Hund, kannst du mit ihm spazieren gehen, mit ihm spielen und ihn streicheln. Wünschst du dir eine Katze, kannst du dich zu ihr ins Katzenzimmer setzen, mit ihr spielen, schmusen und mit ihr in Kontakt treten. Wer weiß, wer wessen Herz am Ende erobert?

Auch wenn viele Tiere Trauriges – wie den Verlust ihres Zuhauses – erlebt haben, ist es erstaunlich, wie schnell sie wieder Vertrauen fassen und sich auf eine neue Bezugsperson einlassen können. Kaum ein Tier zeigt so viel Dankbarkeit wie eines aus dem Tierheim.

Vorteile für das Tierheim

Aufgrund der immer weiter zunehmenden Zahl der Tiere in Tierheimen müssen einige Heime zeitweise Aufnahmestopps verhängen. Gerade nach Weihnachten oder zu Beginn der Sommerferien, wenn die Leute merken, dass das mit dem Haustier doch keine so gute Idee war, platzen die Heime aus allen Nähten. Ihr Hauptanliegen ist daher, so viele Tiere wie möglich in gute Hände zu vermitteln. Die Gebühr für die Adoption deckt gerade die Kosten für Unterbringung, Futter und medizinische Versorgung. Niemand bereichert sich an den Geldern, da sie dringend für die Aufrechterhaltung des Betriebes benötigt werden. Viele Tierheime sind daher auf zusätzliche Spenden angewiesen. Die Adoption eines Heimtieres schafft somit Platz für ein neues Tier, was sicher kommt. Und es hilft den Tierheimen, finanziell zu überleben.

Fazit: Alle Tierarten warten im Tierheim

Ob Hund, Katze, Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster, Ziervögel – so viele tolle Tiere warten im Tierheim und in liebevollen Pflegestellen oder Nothilfen auf liebe Menschen, die ihnen ein Zuhause auf Lebenszeit geben. Mach mit und hole dort dein Tier statt im Zooladen.

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Über den Autor / die Autorin → Eckart Schulz Administrator
Ich liebe Tiere und freue mich sehr, am Entstehen und Wachsen des Happy Pet Club in verschiedener Weise aktiv beteiligt zu sein. Es erscheint mir so wichtig, uns immer wieder daran zu erinnern, wie sehr wir ein Teil dieser Welt sind, die wir deshalb hegen und pflegen müssen. Nur wenn diese Welt lebendig ist, sind wir es auch.