Welcher Tierfreund würde nicht gern mal einen Blick ins Köpfchen seines Lieblings werfen und etwas über seine Wünsche, Sorgen und Freuden zu erfahren? Mithilfe von Tierkommunikation ist dies möglich: Tierkommunikation ist eine Methode, mittels Telepathie Kontakt zu einem Tier aufzunehmen. Dies bringt mitunter Erstaunliches zutage, führt zu mehr Verständnis zwischen Mensch und Tier und kann vieles klären. Viele stehen der Tierkommunikation noch skeptisch gegenüber – völlig zu Unrecht, wie wir vom Happy Pet Club im Gespräch mit der Tierkommunikatorin Petra erfahren haben.

Wie können wir uns ein Gespräch mittels Tierkommunikation vorstellen?

Gespräch ist in diesem Zusammenhang nicht wörtlich gemeint in dem Sinne, dass laut gesprochen wird. Tiere können uns ihre Gefühle und Gedanken telepathisch übermitteln, so dass wir sie, wenn wir uns dafür öffnen und es erlauben, verstehen können. Wir schwingen uns also ein auf die Art, wie Tiere kommunizieren, und treten mit ihnen in Interaktion.

Die Tierkommunikatorin (ich kenne nur weibliche) nimmt Sinneseindrücke wahr, die das Tier aussendet. Dies können Bilder, Farben, Gerüche, Gefühle oder auch Worte sein. Das ist mit Telepathie gemeint, was laut Duden „Das Fernfühlen, das Wahrnehmen der seelischen Vorgänge eines anderen Menschen ohne Vermittlung der Sinnesorgane” bedeutet.

Wer kann Telepathie lernen?

Die Fähigkeit, telepathisch zu kommunizieren, ist uns angeboren. Jeder kennt das auch aus dem Alltag, wenn z.B. plötzlich jemand anruft, an den wir gerade gedacht haben. Auch im Zusammenleben mit seinem Tier hat dies jeder schon erlebt, wahrscheinlich nur nicht bewusst als Telepathie wahrgenommen. Es ist ein ungutes Gefühl da oder ein intuitives Wissen, was das Tier will. In unserer hoch technisierten Welt mit ihren Kommunikationsmöglichkeiten ist uns diese Gabe mehr und mehr verloren gegangen. Sie kann jederzeit wieder geweckt und trainiert werden.

Kann jeder mit Tieren telepathisch kommunizieren?

Im Grunde genommen ja. Wie gesagt, es braucht eine gewisse Offenheit, sich darauf einzulassen. Da bei der Tierkommunikation bzw. in einem Tiergespräch einige Fallstricke lauern, sollte diese in einer guten Ausbildung erlernt werden. Meiner Erfahrung nach ist es viel schwieriger, mit dem eigenen Tier zu kommunizieren als mit einem fremden. Das eigene steht einem emotional zu nah. Es können sich Ängste vor den Antworten einmischen, was sich negativ auf das Ergebnis auswirken kann. Man ist dann nicht so offen, wie man es sein müsste. Daher empfehle ich interessierten Tierhaltern, einen Basiskurs zu besuchen, um das Kommunizieren mit dem Tier – auch mit dem eigenen – zu erlernen.

Wie sieht die Ausbildung zur Tierkommunikatorin genau aus?

Viele erfahrene und professionelle Tierkommunikatoren bieten Ausbildungslehrgänge an. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um eine offiziell anerkannte Ausbildung. Dennoch gibt es viele Unterschiede, z.B. wo derjenige selbst ausgebildet wurde, aus welcher „Linie“ er kommt und wie die Ausbildung sich gestaltet. Es gibt einige bekannte Vorreiterinnen in Sachen Tierkommunikation, z.B. Penelope Smith, die hervorragende Tierkommunikatoren ausgebildet hat. Meistens besteht die Ausbildung aus zwei oder drei Stufen verteilt auf mehrere Tage oder Woche. Sie beinhaltet viele Übungen, Gespräche, Training, Austausch und Techniken. Einige Ausbilder fordern auch eine Mindestzahl an Tiergesprächen, damit man sich schließlich ausgebildete Tierkommunikatorin nennen darf. Die Standards sind teilweise recht hoch, was ich sehr gut finde, denn es ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.

Muss das Tier während des Gesprächs physisch anwesend sein?

Was ist Tierkommunikation?Nein, Tierkommunikation funktioniert hervorragend über die Ferne. Mit Hilfe eines Fotos wird mit dem Tier Kontakt aufgenommen und das Tiergespräch geführt. Das ist natürlich ein großer Vorteil. So kann sich jeder räumlich unabhängig seine Tierkommunikatorin aussuchen, zu der er ein gutes Gefühl hat. Tatsächlich arbeite ich selbst lieber mit Foto als direkt persönlich. Der Tierhalter ist oft aufgeregt und nervös. Wenn ich per Foto allein mit dem Tier bin, geht es besser. Mit den Tieren zu sprechen ist leicht, die Halter sind oftmals die größere Herausforderung. Tierliebe allein genügt nicht für diese Arbeit, die Liebe zum Menschen ist mindestens ebenso wichtig.

Wie läuft ein Tiergespräch konkret ab?

Der Tierhalter stellt der Tierkommunikatorin ein Foto sowie Namen und Alter des Tieres zur Verfügung. Zudem schreibt er seine Fragen auf, die er beantwortet haben möchte. Die Tierkommunikatorin verbindet sich über das Foto mit dem Tier, und dann geht es auch schon los. Oft kommt schon die Antwort, bevor die Frage gestellt wurde, was immer wieder spannend ist. Manchmal muss beim Tier nachgefragt werden, was es genau meinte. Oder es muss gebeten werden, langsamer zu senden, um mitschreiben zu können. Die meisten Tiere freuen sich total, wenn sie die Gelegenheit bekommen, sich auf diesem Wege mitzuteilen. Das ist jedes Mal sehr berührend. Anschließend wird ein Protokoll erstellt und dem Tierhalter zur Verfügung gestellt. Fragen dazu werden selbstverständlich beantwortet.

Gibt es auch Tiere, die nicht kommunizieren wollen?

Das ist eher selten. Meist lassen sie sich doch aus der Reserve locken, auch wenn sie anfangs nicht wollen. Ich habe noch nie erlebt, dass so gar nichts kam. Und auch wenn nichts kommt, ist das auch eine Aussage, die für den Halter nützlich sein kann. Manchmal hilft es, es einfach einen Tag später nochmal zu versuchen.

In welchen Bereichen ist es nützlich, eine Tierkommunikation zu machen?

Es gibt viele Anwendungsbereiche zum Vorteil für Mensch und Tier, und das für alle Tierarten. Ich zähle mal ein paar auf:

  • Verbesserung der Verständigung und des Zusammenlebens
  • Bearbeitung bestehender Probleme oder Unstimmigkeiten
  • Steigerung des Wohlbefindens und der Selbstheilungskräfte des Tieres
  • Auflösung von Stress und Traumata durch z.B. Unfälle, Verletzungen, Trennungen
  • Begleitung im Sterbeprozess des Tieres
  • Unterstützung trauernder Tiere
  • Vorbereitung des Tieres auf bevorstehenden Umzug
  • Hilfe bei der Eingewöhnung, wenn ein neues Tier zuhause einzieht
  • Erkennen besonderer Bedürfnisse alternder Tiere
  • Auffinden verloren gegangener Tiere

Es gibt wirklich eine große Bandbreite. Erkenntnisse aus Tiergesprächen können auch nützlich für Tierärzte und Therapeuten sein, die es natürlich grundsätzlich immer zu kontaktieren gilt, wenn gesundheitlich etwas nicht in Ordnung ist. Es gibt sogar Tierärzte, die mit Tierkommunikatoren zusammenarbeiten, wenn sie nicht weiterkommen.

Verlorene Tiere lassen sich per Tierkommunikation wiederfinden?

Nicht immer, leider. Dies ist ein schwieriges Geschäft. Der Tierhalter befindet sich in einer emotionalen Ausnahmesituation, das Tier ggf. auch, je nachdem, was vorgefallen ist. Der Tierhalter und manchmal auch weitere Leute „beamen“ das Tier ständig an, was die Kontaktaufnahme sehr erschwert. Dennoch kann es gelingen, dass das Tier entweder wieder Nachhause kommt oder auch tot aufgefunden wird – was letztlich auch als Erfolg gewertet werden kann, weil es die quälende Ungewissheit des Tierhalters beendet.

Wer kann von einem Tiergespräch profitieren?

Jeder Tierhalter mit seinem Tier, welcher Art es auch immer angehört, kann davon profitieren. Es ist wirklich berührend zu erfahren, was die Tiere uns zu sagen haben. Ebenso kann der Halter über die Tierkommunikatorin seine Botschaften an das Tier vermitteln lassen, was die Tiere wiederum wirklich freut.

Du sprachst von Fallstricken während Tiergesprächen; gibt es Nachteile?

Fehlinterpretationen können während eines Tiergesprächs vorkommen. Auch Voreingenommenheit der Tierkommunikatorin kann zum Problem werden, da sie den Blick verstellt. Je klarer der Kanal und je „leerer“ und frei von Meinungen sie ist, desto besser ist die Qualität des Gesprächs. Die Trefferquote sollte bei über 90% liegen. Nachteile liegen also eventuell in dieser Rest-Unsicherheit, die nie ganz ausgeschlossen werden kann. Daher ist eine gute Ausbildung so wichtig und das Bewusstsein dafür, wie verantwortungsvoll diese Aufgabe ist.

Was rätst du interessierten Tierhaltern?

Einfach ausprobieren und keine Angst haben vor den Antworten des Tieres! Es ist ein kleines, sich absolut lohnendes Abenteuer, sich auf der Ebene auf sein Tier einzulassen. Im Netz gibt es eine Vielzahl an Tierkommunikatorinnen. Aufgrund der räumlichen Unabhängigkeit kann der Tierhalter diejenige auswählen, zu der er ein gutes Gefühl hat. Die Kosten halten sich im Verhältnis zum Nutzen im Rahmen und liegen ca. zwischen 30 und 80 EUR. Ich persönlich bitte übrigens meine Interessenten um eine Spende nach Wahl an die Fellnothilfe e.V.. Die Wartezeiten für ein Gespräch können zwischen einer und vier Wochen betragen. Und wie gesagt – in einem Wochenendkurs lassen sich die Grundkenntnisse sehr gut erlernen, um mit dem eigenen Liebling kommunizieren zu können. Ergänzend dazu gibt es auch sehr gute Bücher über Tierkommunikation.

Wie bist du selbst zur Tierkommunikation gekommen?

Mein Pferd litt immer wieder an Lahmheiten, was mir aufgrund seines Alters große Sorgen bereitete. Ich war deswegen total gestresst und voller Ängste, was sich natürlich auf mein Pferd übertrug und es entsprechend reagierte. Es war gar nicht glücklich. Im Stall lernte ich eine Tierkommunikatorin kennen, die mit meinem Pferd „sprach“. Es war faszinierend und hatte uns beiden unglaublich geholfen. Ich beschloss dann, selbst die Ausbildung zur Tierkommunikatorin zu machen, um etwas für andere tun zu können. Das war 2004.

Was war dein schönstes Tiergespräch?

Da gibt es so viele, aber an eines erinnere ich mich immer wieder gern: Eine Pferdehalterin bat mich um ein Gespräch mit ihrem Pferd. Sie ließ das Pferd aus finanziellen Gründen tagsüber im Schulbetrieb gehen und wollte wissen, ob das okay war. Ich gebe zu, dass ich voreingenommen war und dachte, dass das Pferd das bestimmt total blöd findet. Umso überraschter und berührter war ich, als es sagte, dass das völlig in Ordnung sei, dass es seine Halterin sehr liebe, sehr dankbar für alles und sehr glücklich sei. Da bekomme ich heute noch Gänsehaut.

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Über den Autor / die Autorin → Eckart Schulz Administrator
Ich liebe Tiere und freue mich sehr, am Entstehen und Wachsen des Happy Pet Club in verschiedener Weise aktiv beteiligt zu sein. Es erscheint mir so wichtig, uns immer wieder daran zu erinnern, wie sehr wir ein Teil dieser Welt sind, die wir deshalb hegen und pflegen müssen. Nur wenn diese Welt lebendig ist, sind wir es auch.