Der Weimaraner gehört mit seinem kurzen und silbrig-glänzenden Fell und elegantem Erscheinungsbild zu den adligen Schönheiten unter den Rassehunden. In jedweder Hinsicht stellt er große Herausforderungen an seinen Besitzer. Wer sich auf diesen eleganten Hund einlässt, gewinnt einen intelligenten und aktiven Partner auf Augenhöhe.

Steckbrief

Ursprungsland: Deutschland 
Einordnung: große Hunderasse 
Größe: 57 cm bis 70 cm 
Gewicht: 25 bis 40 Kg 
Lebenserwartung: 10 bis 14 Jahre 
Fell: kurz- oder langhaarig, silbergrau, rehgrau oder mausgrau 
Charakter: wachsam, wesensfest, intelligent, wachsam 
Verwendung früher: Jagdhund 
Verwendung heute: Jagdhund, Begleithund 
FCI-Standard: 99 
FCI-Gruppe 7: Vorstehhunde 
FCI-Sektion 1.1: kontinentale Vorstehhunde, Typ « Braque » (mit Arbeitsprüfung)

Herkunft und Rassegeschichte

Es gibt zahlreiche Theorien über die Entstehung des Weimaraners. Fest steht aber so viel, dass der Jagdhund schon Anfang des 19. Jahrhunderts am Hofe zu Weimar geschätzt und immer beliebter wurde. Der Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, Karl August, hielt sich den edlen Jagdhund am Hofe und machte ihn erstmals populär. Mitte des 19. Jahrhunderts, noch vor dem Beginn der Reinzucht, wurde die Zucht beinahe ausschließlich von Berufsjägern und Förstern in den Regionen um Weimar und in Thüringen kontrolliert. Als dann keine Leithunde mehr gebraucht wurden, kreuzten sie die Weimaraner mit anderen Rassen wie dem damals beliebten Hühnerhund. Mit diesen Kreuzungen züchteten sie weiter. Ungefähr ab 1890 wurde die Rasse des Weimaraners dann planmäßig gezüchtet und auch im Zuchtbuch erfasst. Neben kurzhaarigen Hunden kam bereits vor dem 20. Jahrhundert vereinzelt eine langhaarige Variante vor. Der Weimaraner wurde von der zuchtbuchmäßigen Erfassung an rein gezüchtet, d.h. frei von Einkreuzungen anderer Rassen. Somit ist die Rasse des Weimaraners wohl die älteste, seit dem Jahre 1900 rein gezüchtete, deutsche Vorstehhund-Rasse.

Rassetypisches Erscheinungsbild und Charaktereigenschaften

Körperbau

Der formschöne Weimaraner gehört zu den größeren Rassen. Er erlangt eine Widerristhöhe von stolzen 70 cm und hat dabei ein maximales Gewicht von stattlichen 40 kg. Der edle Jagdhund hat einen eleganten, sehnigen Körperbau, einen mittelgroßen Kopf und einen kräftigen Fang. Mit seiner kräftigen Muskulatur ist er dabei ein zweckmäßiger Arbeitstyp. Im Welpenalter sind seine Augen noch hellblau wie der Himmel, nehmen aber später eine schöne Bernsteinfarbe an.

Wesen und Charaktereigenschaften 

Der Weimaraner gilt als Aristokrat unter Hunden und ist ein sehr intelligenter und vor allem selbstbewusster Typ. Für ein entspanntes und unproblematisches Miteinander benötigt er eine solide, konsequente Erziehung, weil er sonst seinem Jagdtrieb unkontrolliert nachgeht.

Der Jagdhund hat einen ausgeprägten Schutztrieb, was im täglichen Umgang und bei der Hunde-Erziehung zu berücksichtigen ist. Er ist ein sehr mutiger und wachsamer Hund, neigt dabei aber nicht zur Aggressivität. Der anhängliche und durchaus anspruchsvolle Weimaraner ist aber keineswegs etwas für Anfänger, denn er will gefördert und gefordert werden. Dieser vielseitige und zuverlässige Rassehund ist nicht nur ein zuverlässiger Jagdhund. Durch sein ausgeprägtes Territorialverhalten und der wachsamen Art eignet er sich auch hervorragend als verlässlicher Schutz- und Wachhund, somit also auch als Familienhund.

Fellfarbe und Fellpflege

Besonders auffällig und schön ist das außergewöhnliche Fell des Weimaraners. In der Regel hat das Fell eine silbergraue Farbe, diese kann aber bis ins Rehgrau über Mausgrau variieren. Das Fell an Kopf und Behängen fällt meist leicht heller aus oder weist sogar weiße Abzeichen auf. Bekannter ist die kurzhaarige Variante der Rasse. Ihr Haarkleid ist glatt und anliegend, sehr dicht und kurz. Beim der eher seltenen langhaarigen Variante ist das Fell weich und glatt oder auch leicht gewellt. Das Fell ist durchaus pflegeleicht. Um den silbernen Glanz und die feine Fellstruktur zu erhalten, muss das silberne Fell nur einmal wöchentlich gebürstet werden. Das Baden ist nur in ganz speziellen Ausnahmen notwendig.

Optimale Haltungsbedingungen

Die Meinungen über die Haltung eines Weimaraners gehen weit auseinander. Während die einen sagen, dass lediglich professionelle Jäger dem Jagdtalent der Rasse gerecht werden, behauptet die andere Seite, dass er auch als geliebter Familienhund ohne Jagdarbeit genügend Auslastung hat. Unbestritten ist aber, dass diese Rasse kein einfacher Hund ist. Er braucht dringend Aufgaben, denen er sich mit voller Leidenschaft hingeben darf. Der ursprüngliche Jagdhund mit starkem eigenen Willen und hoher Intelligenz braucht von Anfang an sehr konsequente Erziehung und frühe Sozialisierung im Welpenalter. Er braucht eine angemessene Aufgabe, um seine Stärken zu fordern und sich auszulasten.

Erziehung

Bei der Erziehung des eleganten Weimaraners sind das richtige Maß und vor allem die richtigen Haltungsbedingungen ausschlaggebend. Der intelligente Hund mit seinem edlen Erscheinungsbild sollte wie alle anderen Hunde gewaltfrei, aber dennoch stets konsequent erzogen und behandelt werden. Er benötigt viel artgerechte Auslastung. Der Trieb zu eigensinnigem Verhalten verlangt dabei nach einem Hundebesitzer der stark, klar und gelassenen ist und der genau weiß, was er tut.

Ernährung

Das Risiko einer Magendrehung und den verschiedensten Skelett-Erkrankungen kann durch ausgewogene, gesunde und vor allem rassegerechte Ernährung des Hundes deutlich vermindert werden. Achte dabei bereits besonders auf gute und hochwertige Ernährung für ein gesundes Welpenwachstum, um Fehlstellungen des gesamten Bewegungsapparates zu vermeiden. Der genaue Energiebedarf des Hundes muss optimal auf seine individuellen Bedürfnisse abgestimmt sein. Eine energetische Überversorgung führt hierbei leicht zu einem unkontrollierten Wachstum der Welpen. Skelett- und Muskelaufbau können dabei ins Ungleichgewicht geraten und lösen so spätere schmerzhafte Gelenkbeschwerden aus. Besondere Beachtung sollte außerdem auf ein abgestimmtes Verhältnis zwischen Calcium und Phosphor im Futter gelenkt werden, denn dies garantiert einen stabilen Knochenaufbau. Um die gefürchtete Magendrehung zu vermeiden, raten Tierärzte dazu, die empfohlene Futterration auf viele kleinere Portionen pro Tag aufgeteilt zu füttern. Außerdem sollte nach dem Fressen für Ruhe gesorgt werden, denn ein unkontrolliertes Herumtoben kann bei diesen Hunden nach dem Fressen die Gefahr der Magendrehung erhöhen.

Rassetypische Krankheiten und Vorbeugung

Eine gesunde Ahnentafel ist leider nicht immer eine Garantie auf Gesundheit, denn falsches Futter sowie unzureichende Pflege können eine Mehrzahl von Krankheiten auslösen. Trotz allen genetischen Ausschlussverfahren ist eine der häufigsten Erkrankungen der Rasse die Hüftgelenkdysplasie, auch HD genannt. Auch Krankheiten der Augen und vor allem häufige Ohrentzündungen aufgrund der langen Schlappohren können den galanten Jagdhunden Probleme bereiten. Zudem kommt es selten zu Fällen von Epilepsie. Magendrehung, wie sie bei vielen der großen Rassen ein bekanntes Problem ist, kann beim Weimaraner gelegentlich auftreten. Ein Weimaraner-Welpe aus einer anerkannten Zucht hat dabei aber die größten Chancen auf ein langes und gesundes Hundeleben, denn die Kriterien für die Zuchttauglichkeit bei dieser Rasse sind hoch.

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