Für einen alten oder kranken Menschen ist der Gang ins Pflegeheim alles andere als leicht. Auch wenn er dort viel besser betreut und gepflegt werden kann als zuhause, so ist der Verlust der gewohnten Umgebung schwer zu verkraften. Wer dann noch mit einem Hund oder einer Katze zusammen lebt, dem fällt der Abschied noch um ein vielfaches schwerer. Leichter kann es werden, wenn Haustiere in Pflegeheimen leben dürfen; sei es das eigene Tier, was mitgebracht werden darf, oder andere Tiere.

Haustiere machen glücklich und leisten einen Beitrag zu Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen. Wer ein Haustier hat, fühlt sich gebraucht, geliebt und weniger einsam. Gerade den Bewohnern von Pflegeheimen machen diese Punkte besonders zu schaffen. Wenn diese nun die Möglichkeit haben, im Pflegeheim Kontakt zu Tieren zu haben, ist dies von Vorteil für alle Beteiligten.

Unterschiedliche Modelle

Immer mehr Pflegeheime öffnen sich für die Möglichkeit, ihren Bewohnern Kontakt zu Haustieren zu ermöglichen. Dies kann auf verschiedene Weise erfolgen:

  • Der Bewohner darf sein Haustier ins Pflegeheim mitbringen.
  • Im Pflegeheim leben bereits Tiere, um die die Bewohner sich kümmern können.
  • Es kommen regelmäßig z.B. Besuchshunde ins Pflegeheim.

Vorteile von Haustieren in Pflegeheimen

Interaktion mit Tieren wirkt sich positiv besonders auf ältere oder kranke Menschen aus, was inzwischen in wissenschaftlichen Studien bestätigt wurde. Bewohner fühlen sich aufgrund ihres körperlich-geistigen Zustandes oftmals isoliert und sind in sich gekehrt, und Tiere können hier wahre Wunder vollbringen. Bei Demenzpatienten ist dies besonders auffällig; Tiere zaubern ihnen ein Lächeln aufs Gesicht und erinnern sie an frühere Zeiten, in denen sie oft mit Tieren zusammen gelebt haben, gerade in ländlichen Gebieten. Wenn Haustiere in Pflegeheimen leben, profitieren die Heimbewohner auf vielfältige Weise:

  • Die Pflege des Tieres ist eine Aufgabe, die es zu erfüllen gilt.
  • Der Bewohner fühlt sich wieder gebraucht.
  • Interaktionen mit Tieren sind oft leichter als mit Menschen, da die Kommunikation auf anderen, feineren Ebenen stattfindet, auch ohne Worte.
  • Tiere schenken dem Bewohner bedingungslose Liebe.
  • Das Streicheln von weichem Fell eines Hundes oder einer Katze macht glücklich.
  • Das Schnurren einer Katze wirkt beruhigend und entspannend.
  • Die Atmosphäre im Pflegeheim verbessert sich durch die Anwesenheit der Tiere.
  • Das Spielen oder Laufen mit den Tieren fördert die körperliche Beweglichkeit der Bewohner.
  • Die Tiere fördern den Kontakt unter den Bewohnern, regen zu Gesprächen an.
  • Haustiere bringen Lebensfreude, mindern Stress und fördern Empathie.

Es gibt also viele Gründe, warum Haustiere in Pflegeheimen leben sollten!

Voraussetzungen für Tierhaltung in Pflegeheimen

Ob Haustiere in Pflegeheimen leben können, unterliegt nicht nur reiner Willkür der Heimleitungen, sondern es gibt hierbei eine Menge Vorschriften zu beachten. Diese Vorschriften dienen sowohl Mensch als auch Tier.

Hygienevorschriften:

Futterschüsseln sollten stets sauber und gepflegt sein. Dies gilt auch für Katzentoiletten. Die Tiere sollten von den Heimbewohnern nicht mit ins Bett genommen werden. Nach dem Kontakt sollten die Hände gewaschen und auf feuchte Küsschen geben verzichtet werden. Zudem sollten die Tiere regelmäßig tierärztlich untersucht, geimpft und entwurmt werden. Auf eventuelle Allergien von Bewohnern muss Rücksicht genommen werden.

Unfallverhütungsvorschriften:

Das Heimpersonal aber auch die Bewohner sollten darauf achten, dass Spielsachen usw. der Tiere nicht im Weg herumliegen, damit niemand stolpert oder stürzt. Es gilt auch Vorsicht, damit niemand über den im Flur schlafenden Hund oder die tobende Katze fällt.

Was wichtig für die Tiere ist:

Jedes der Heimtiere braucht einen Rückzugsort und seinen festen Schlaf- und Futterplatz. Zudem benötigen sie eine feste Bezugsperson, die sich vorrangig um das Tier kümmert und dafür sorgt, dass es ihm gut geht, es regelmäßig gefüttert und gebürstet wird. Von der Veranlagung her sollten es friedliche und geduldige Tiere sein, die gern schmusen und den Kontakt zu Menschen mögen. Auch ältere Tiere sind geeignet, da sie nicht mehr so viele Flausen im Kopf haben. Hunde brauchen zusätzliche Bewegung an der frischen Luft und ausgiebige Gassirunden. Die Unterbringung, Fütterung und Versorgung der Tiere muss stets artgerecht sein, damit auch sie gesund bleiben.

Welche Tiere sind als Tiere für Heimbewohner geeignet?

Die besten Begleiter für Bewohner von Pflegeheimen sind Hunde oder Katzen. Diese Tierarten stehen dem Menschen seit jeher sehr nahe und können am leichtesten eine emotionale Bindung zu ihnen aufbauen. Ziervögel sind bedingt geeignet, sofern die Volieren groß genug sind und den Vögeln Freiflug gewährt werden kann. Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen sind eher bedingt geeignet aufgrund ihrer anspruchsvollen Haltung. Denn in Käfigen sind diese Tiere nicht artgerecht untergebracht und sie werden dort nicht glücklich. Bietet sich allerdings die Möglichkeit, sie in einem schönen Außen- oder Innengehege mit Häuschen zu halten, können auch sie den Bewohnern viel Freude bereiten.

Fazit

Die Haltung von Haustiere in Pflegeheimen ist eine super Sache! Wenn alles gut bedacht und geplant ist, steht einem harmonischen Zusammenleben von Tier, Personal und Bewohnern nichts im Wege.

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Über den Autor / die Autorin → Petra Schulz Administrator
Als Redakteurin kümmere ich mich um das Magazin des HPC und schreibe Beiträge und Reportagen. 🙂